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Montag, 28. Januar 2013

Rituale cisterciense (1892), 4. Buch, 11. Kapitel: Von den Regularorten

11. Kapitel: Von den Regularorten


[1.] Niemand betritt die Küche, ausgenommen der Zellerar, der Koch, der Küchendiener und der Infirmar; doch können der Kantor und der Sakristan dort um Feuer, Kohlen und Salz ersuchen, wenn sie es andernorts nicht haben können.

2. Ins Refektorium tritt ebenfalls niemand ein, außerhalb der Zeit des Mixtum oder der Stärkung: ausgenommen sind der Infirmar, die Wochendiener der Küche, der Kirchendiener für das in der Kirche zu segnende Salz, und jene, die die Erlaubnis zum Trinken erhalten haben.

3. Ins Calefactorium / in den Wärmeraum können sie sooft eintreten, wie es nötig ist; die sich Wärmenden sollen aber darauf achten, dass sie es sittsam tun, und nicht mit nackten Füßen, wenn jemand anwesend ist.

4. In den Sprechzimmern sprechen nicht mehrere, auch nicht mit dem Prior, sondern nur zwei gleichzeitig zur Zeit der Lesung: wenn nicht der Obere aus irgendeiner Notwendigkeit heraus anordnen sollte, dass mehrere zusammenzurufen sind; das [geschehe] mit gedämpfter Stimme und kurz, wenn sie können; sobald die Aufgabe beendet ist, aufgrund derer sie eingetreten sind, gehen sie fort. Auch trete keiner ein, ohne durch ein Zeichen oder einen Laut um Erlaubnis gebeten zu haben. Wer mit einem anderen sprechen möchte, sage: Benedicite [Segnet…], und der andere antworte: Dominus [Der Herr…], und dann sprechen sie, was notwendig ist, mit wenigen und leisen Worten.

5. Die ins Dormitorium Eintretenden setzen die Kapuzen auf ihre Häupter, noch seien sie niemals ohne Tunika und Kukulle oder Skapulier: sie entkleiden und bekleiden sich schicklich, wechseln die Tuniken bei ihrem Bett und ziehen ihre Schuhe so an, dass sie nicht nackt gesehen werden. Niemand schlage dort seine Kleider aus, oder mache Zeichen, außer vielleicht mit dem Abt oder dem Prior; noch grüßen sie dort irgendjemand oder verneigen sich.

6. An den Eingängen der Zellen befinde sich eine mit einem schließbaren Brett verdeckte Öffnung, durch die einzig der Obere blicken und die Beschäftigungen der Brüder sehen kann; dieser habe außerdem einen Generalschlüssel, damit er, wann es ihm [richtig] scheint, bei Tag und Nacht in die Zellen eintreten kann.

7. Niemand steige aufrecht ins Bett, wenn er sich niederlegt: vielmehr lege er auf dem Bettgestell - das heißt auf der vorderen Seite des Bettes – sitzend die Füße ins Bett. Die Lampen jedoch in der Mitte des Dormitoriums brenne die ganze Nacht über, [so dass] an ihr ein jeder insbesondere seine Kerze, wenn das nötig ist, anzünden kann.

8. Wenn sie in die Bedürfnisanstalt eintreten, bedecken sie ihre Gesichter mit den Kapuzen, so gut sie können; und mit bis zu den Füßen hinab gelassener Kukulle setzen sie sich nieder, die Ärmel vor sich aufgefaltet. Wenn sie jedoch irgendwann in Skapulieren [auf dem Reihenabort] sitzen (wovor sie sich hüten sollen, wenn nicht die Notwendigkeit drängt), bedecken sie nichtsdestotrotz das Gesicht von [seiner] Vorderseite.

Freitag, 4. Januar 2013

Rituale Cisterciense Deutsch, 3. Buch, 11. Kapitel: Von der Kollatslesung und der Komplet

11. Kapitel: Von der Kollatslesung und der Komplet

[1.] Wenn das Zeichen zur Kollation - das ist die Lesung vor der Komplet - gegeben wurde, gehen die Brüder, sobald sie durch die läutende Glocke zusammengerufen werden, in den [Lesegang] Kreuzgang der Kollation bei der Kirche, oder, wenn die Kälte es dringlich erscheinen lässt, in den Kapitelsaal, nicht jedoch in die Kirche. Und, sich voreinander verneigend, setzen sie sich dergestalt, dass unterhalb des Priors zum unteren Kreuzgang hin die Priester seines Chores sind, die Jüngeren jedoch entgegengesetzt. Auf der anderen Seite hingegen zur Kirche hin die Priester des Abtschores, und entgegengesetzt die jüngeren Mönche und alle Novizen. Wer der Kollatslesung vorsteht, sitzt in der Mitte der Älteren vor dem Analogium, auf das der vorlesende Bruder das geöffnete Buch gelegt hat, bis jener [Obere] kommt. Und er liest sitzend an seinem Platz, wenn er es möchte, [jedoch] schweigend.
2. Sobald der Obere kommt, stehen alle auf und es verneigen sich vor ihm, wenn es der Abt ist, diejenigen, vor denen er hergeht; und sie stehen so unbedeckten Hauptes und mit seitlich herabgelassenen Armen da, bis für den Leser der Segen gesprochen wurde [und] ohne neuerliche Verneigung setzen sie sich mit bedecktem Haupt, sobald der Obere sitzt. Sodann liest der Leser, der in der vorherige Woche zur Mahlzeit gelesen hat, den Stoff für die im Chor zu machende Betrachtung. An den Samstagen jedoch, wenn die Füße gewaschen werden, liest er nicht, noch empfängt er den Segen, außer nach dem Mandatum: Denn gleich, wenn der Obere dazukommt, setzen sich alle zusammen mit ihm.
3. Wenn vier oder fünf [Doppel-]Seiten gelesen sind, oder wie viel die Zeit erlaubt, sage der Obere: Tu autem [Du aber…], der Lektor [hingegen fährt fort]: Domine miserere nobis [Herr, erbarme dich unser]; und der Konvent [antwortet] aufstehend: Deo gratias. Dann wenden sich alle nach Osten oder zum Kreuzgang des Kapitels [und] der Obere singe, ohne sich zu bekreuzigen, mit der Flexa: Adjutorium nostrum, etc. [Unsere Hilfe, etc.] und wenn der stehende Konvent geantwortet hat: Qui fecit, etc. [Der Himmel und Erde gemacht hat.], verneigen ich alle und treten in folgender Ordnung in die Kirche ein: 1. Zuerst gehen die Novizen, gefolgt vom Magister, 2. [dann] die Priester und Jüngeren des Chores, die in der Nähe der Kirche sitzen, 3. [dann] der, der den Konvent leitet, 4. [dann] die Priester und Jüngeren des anderen Chores.
4. Nach dem Zeichen, auf einen Laut des Oberen hin, sprechen alle kniend oder verneigt, der [liturgischen] Zeit entsprechend, das Vater unser und das Gegrüßet seist du, Maria, unter Schweigen, und nach dem Lautzeichen wird die Hore begonnen, wie anderweitig [beschrieben], unter Voranschickung des Verses Converte nos, etc. [Bekehre uns, etc.], indirectum [auf einem Ton gesungen]. Die Psalmen psalliert man stehend und ohne Gesang: der Hymnus jedoch mit Noten [unterlegt]. Zum Vers Custodi nos [Behüte uns] wird die gewisse Glocke geläutet bis zum Deo gratias.Wenn der Priester spricht Benedicat, etc. [Es segne, etc.], bekreuzigen sich alle und sprechen darauf still kniend oder verneigt, wie zu Beginn der Hore, Vater unser, Gegrüßet seist du und Ich glaube. Wenn diese [Gebete] gesprochen wurden, wird die Komplet der Seligen [Jungfrau Maria] begonnen, ausgenommen am Vigiltag des Osterfestes; gegen deren Ende, also wenn der letzte Psalm gebetet wird, zündet der Kirchendiener zwei Kerzen an der Altarstufe an, oder aber beim Altar.
5. Nach dem Vers Dulce nomen, etc. [Süßer Name; der Komplet B.M.V.] erheben sich alle und stehen „extra stalla“, außerhalb der Stalle zum Altar gewendet, und, vom Kantor begonnen, singen alle feierlich die Antiphon Salve Regina weiter. Zum Vers Ave Maria beugen sie die Knie über die Artikel [Fingerknochen] der Hände, und während vom stehenden Oberen die Collecta gebetet wird, bleiben sie über die Knie gebeugt. Darauf knien sie oder verneigen sich über die Miserikordien, wenn derselbe [Obere] kniend oder gestützt wie die übrigen Divinum auxilium [Die göttliche Hilfe] und Fidelium, etc. [Die Seelen der Gläubigen] spricht.
6. Dann wird, außer am Vigiltag der Geburt des Herrn, das Zeichen zum Englischen Gruß gegeben, damit sie [die Klostergemeinde] drei Mal Gegrüßet seist du, Maria sprechen, stehend oder kniend über den „Artikeln“ [Handknöcheln], wie in Buch I, Kap. 2 [gesagt] und darauf halten sie mit gebeugten Knien stehend [!] zum Altar das Gebet bis zum Lautzeichen des Oberen: Wenn sie es gehört haben, stehen alle auf, verneigen sich, gehen in der Ordnung einer nach dem anderen durch den oberen Zugang des Chores hinaus, [wobei] der Obere vorausgeht, [und] verneigen sich wiederum, wenn sie am Hochaltar vorbeigehen. Der Obere steht bei dem Gefäß mit Weihwasser an der untersten Stufe der Dormitorium[streppe], wo er, wenn er das Aspergill entgegengenommen hat, die einzelnen besprengt, die sich vor ihm verneigen und ins Dormitorium hinaufgehen. Danach gehen sie, wenn die Nola [die kleine Glocke] des Dormitoriums für die Dauer etwa eines De profundis [Ps.129] geläutet hat, ohne Verzug ins Bett.