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Dienstag, 22. Januar 2013

Rituale cisterciense (1892), 3. Buch, 16. Kapitel: Von der Reinigung der heiligen Maria

16. Kapitel: Von der Reinigung der heiligen Maria

[1.] Wenn das Fest der Reinigung [Mariens] auf den Sonntag der Septuagesima oder der [auf ihn] folgenden fällt, wird es auf den Montag verlegt. Die Segnung der Kerzen jedoch, die Austeilung und die Prozession geschehen am Sonntag selbst: wenn nicht anderes in der Diözese zu befolgen ist; aber in der folgenden Messe, die vom Oberen, der diese [Kerzen] gesegnet hat mit violetten Dalmatiken zu feiern ist, werden die Kerzen gelöscht bis zum Offertorium, wenn sie zum Zelebranten zu bringen sind im weiter unten beschriebenen Ritus.
2. An welchem Tag sie nun aber auch gesegnet werden: der Sakristan bereitet vor der Terz einen Tisch auf der Presbyteriumsstufe vor, zur Rechten des Analogium, ein Gefäß mit Weihwasser (oder, falls es ein Sonntag ist, mit vom Zelebranten zu segnendem [Wasser]) mit Aspergill, Kerzenleuchter zum Abstellen der Kerzen der Altardiener, wenn diese beschäftigt sind, die zu segnenden Kerzen selbst auf dem Tisch, der mit einem sauberen Leinentuch bedeckt sein soll, das allseitig herabhängt, und an der Evangelienseite das Prozessionskreuz mit Tragstange.
3. Wenn die Terz gebetet wurde, wendet sich der Chor dem Altar zu, während der Zelebrant und die Altardiener in die Sakristei zurückgehen, und violette Paramente, die ihnen passen, anlegen, das heißt: der Obere die Stola und das Pluviale, der Diakon die Stola, die Akolythen Leuchter und der Thuriferar das Schiffchen mit dem Rauchfass; so gehen sie direkt in der gewohnten Ordnung zur Presbyteriumsstufe. Wenn sie dort ankomme, verneigen sie sich, und wenn der Abt die Orationen der Segnung singt, stellen die Akolythen die Leuchter auf der Vorderseite der Kredenz ab und kehren zum Segnenden zurück, dort stehen sie mit gefalteten Händen hinter dem Diakon zur Rechten und [hinter] dem Subdiakon zur Linken; der Thuriferar jedoch stehe gleichsam zwischen Diakon und dem ersten Akolythen, der das Rauchfass hält, welches er nach dem Inzens der Kerzen an einem geeigneten Ort abstellt.
4. Während am Schluss der Segnung der Zelebrant die Kerzen besprengt und beweihräuchert, [wobei] der Diakon hilft, der danach eine [Kerze] von ihnen anzündet[;], tritt der [nächst] Würdigere des Chores, sei es der Abt oder irgendein anderer, ohne Stola mit der Kukulle zur Rechten des Diakons und nimmt aus dessen Händen die entzündete Kerze entgegen [und] reicht sie dem Zelebranten dar, [wobei] er zugleich diese [Kerze] und die rechte Hand des Zelebranten küsst, [und] sich vor ihm vorher und nachher verneigt. Wenn es aber der Abt ist, verneigt er sich weder, noch beugt er die Knie, noch wird irgendetwas geküsst, sei es beim Geben, sei es beim Empfangen; oder besser noch verneigt sich der Zelebrant, wenn er nicht selbst der Vorsteher (praelatus) ist, nachdem er die Kerze empfangen hat, ein wenig vor dem darbringenden Abt; doch wird weder dessen Hand noch dessen Kerze geküsst. Zwischenzeitlich stimmt der Kantor die Antiphon und das Canticum an, wie in den Büchern [verzeichnet], immer bei ihrem Beginn wiedereinsetzend, den der Chor, einander zugewandt, weitersingt.
5. Bald übergibt der Zelebrant seine Kerze dem Thuriferar, damit er sie auf den Leuchter stelle, und er nimmt eine andere angezündete [Kerze] aus der Hand des Diakons entgegen und [sie] in der Mitte haltend [und] zum Konvent gewendet, gibt er sie dem [nächst] Würdigeren des Chores, von dem er die seine empfangen hat, der die Knie beugt und die Hand des Darreichenden und die Kerze am untersten Ende küsst. Mit einem ähnlichen Ritus teilt er die anderen Kerzen an den Diakon und die anderen Altardiener, und an die einzelnen Mönche des Chores, die Novizen, Konversen, Gäste und Familienmitglieder (= im Hausverband lebenden Helfer, die „familia“) aus, [die] jeweils zu zweien [kommen, und] im gleichen Abstand und gleichem Geh[tempo] hier und dort herantreten.
6. Wenn Prälaten anwesend sind, die nicht an die Stufe herantreten möchten, nämlich ein Kardinal oder Bischof, oder ein Abt eines anderen Ordens, empfängt der [nächst] Würdigere des Chore, der die Kerze dem Zelebranten dargebracht hat, andere entzündete Kerzen (nach seiner eigenen) aus dessen Hand, stehend [und] ohne Kuss, und überreicht sie jenen mit gebührender Hochachtung. Doch wenn jemand von jenen zur Stufe gehen möchte, empfange er die Kerze vor jedwedem Altardiener ohne Kuss oder irgendeiner Verneigung, wie oben [gesagt], aus der Hand des Zelebranten. Auch die Priester empfangen ihre [Kerzen] vor den Akolythen, die Akolythen aber vor den übrigen.
7. Solange der Zelebrant die Kerzen austeilt, steht der Subdiakon zu seiner Linken und der Diakon zur Rechten, [wobei er] die angezündeten [Kerzen] vom Akolythen entgegennimmt, der hinter ihm steht, und die einzelnen [Kerzen] dem Priester mit Küssen [weiter-]reicht, wie gesagt wurde. Wenn jedoch der Diakon und der Subdiakon ihre [Kerzen] empfangen, reicht der Thuriferar anstelle des Diakons die vom Akolythen angezündeten [Kerzen] dem Zelebranten: von ihm nimmt er auch nach den Priestern die Kerze vor den Akolythen entgegen, und deren Dienst übernimmt er bei den anzuzündenden Kerzen, die ihnen der Priester übergibt. Sodann stellen die Akolythen die empfangenen Kerzen sofort auf ihren Leuchtern ab; und gleicherweise stellen sie die Kerzen vom Diakon, wenn er dem Zelebranten dient, und von Subdiakon und Thuriferar vor Beginn der Prozession auf die vorbereiteten Leuchter.
8. Wenn die Kerzen ausgeteilt wurden stimmt der Kantor sofort die Antiphon Exurge [Erhebe dich] etc. an und der Chor singt sie weiter, wobei er sich zum Gloria Patri verneigt. Zwischenzeitlich wäscht sich der Zelebrant, an den Altar zurückgekehrt, mit den Altardienern die Hände, [wobei] vom Subdiakon das Wasser in eine Schüssel gegossen wird, die ein Akolyth hält, vom Diakon jedoch das Handtuch dargereicht wird. Nach der Wiederholung der Antiphon singt der Priester die Collecta Exaudi [Erhöre] stehend vor der Presbyteriumsstufe, der Chor stehe ebenfalls, zum Altar gewandt.
9. Der Diakon jedoch gehe zur Altarstufe, beuge die Knie, und nehme das Kreuz von der Epistelseite; die Akolythen nehmen gleichermaßen ihre Leuchter von der Kredenz, und steigen langsam zusammen mit ihm ohne irgendeine Verneigung von der Altarstufe hinab, um die Prozession zu halten, während der Zelebrant, nachdem die Collecta gebetet wurde, Weihrauch ins Rauchfass einlegt, wobei ihm vom Subdiakon das Schiffchen und vom Thuriferar das Rauchfass dargeboten wird. Nachdem das geschehen ist, nimmt der Subdiakon die Kerze des Zelebranten vom Leuchter, der dort auf der Stufe abgestellt ist, reicht sie ihm mit den entsprechenden Küssen, wenn nicht der assistierende Priester dabei ist, der dies alles tut; und sofort geht er, nachdem er Weihwasser und Aspergill genommen hat, mit dem Thuriferar dem Brauch entsprechend dem Kreuz voraus, beide ohne Kerzen.
10. Wenn der Kantor jedoch die Antiphon Ave gratia plena [Sei gegrüßt, Gnadenvolle] anstimmt, gehe der Konvent hinaus, hinter dem Kreuz her, und halte in den Händen die brennenden Kerzen, [und zwar] so, dass die rechts Seienden diese in der rechten Hand halten, das Processionale jedoch in der linken, und umgekehrt die links Seinenden in der linken [Hand] die Kerze und in der rechten das Processionale halten; sie halten die Prozession und stehen, wie in Buch I, Kap. 17 [gesagt]. Irgendeiner der Novizen jedoch oder der Konversen, die hinter dem Abt gehen, oder auch der Sakristan selbst, bringe die Kerzen der Diener im Heiligtum in die Sakristei, damit sie nach ihrem Zurückkommen mit ihnen zum Altar treten.
11. Wenn die Prozession gehalten wurde, gehen die Altardiener und der Zelebrant direkt in die Sakristei, wo sie die entsprechenden Paramente von weißer Farbe anziehen und mit Dalamatiken zum Altar gehen in der gewohnten Weise[.] Sie halten Kerzen in den gefalteten Händen, außer den Akolythen, die ihre [Kerzen] mit den Leuchtern tragen, und dem Thuriferar, dessen Kerze auf ihrem Leuchter bei der Kredenz bleibt.
12. Wenn sie an der Altarstufe angelangt sind, gebe der Zelebrant seine Kerze dem Diakon, er und der Subdiakon übergeben ihre [Kerzen] dem Thuriferar, damit er (der zwischenzeitlich das Rauchfass mit dem Schiffchen abgestellt hat) sie auf die Leuchter bei der Kredenz stellt. Dann beginnen sie, nach der Kniebeugung, die Messe und fahren in ihr fort, wie im Missale [angegeben]. Wenn die Brüder sodann in den Chor eingetreten sind, stellen sie zusammen die einzelnen Kerzen vor oder neben sich an einen geeigneten Ort, bis zum Evangelium.
13. Wenn der Zelebrant den das Evangelium verlesenden Diakon gesegnet hat, reicht der Subdiakon oder der Sakristan ihm eine Kerze mit Kuss, die er mit gefalteten Händen bis zum Ende des Evangeliums hält. Auch der Chor hält, während das Evangelium gelesen wird, mit einer Hand die Kerzen, wie bei der Prozession, [wobei] die andere auf der Brust liegt. Die Altardiener jedoch, die beim [Evangelien-] Text stehen, haben keine [Kerzen], ausgenommen die Akolythen. Nach dem Evangelium gibt der Zelebrant die Kerze an den Sakristan zurück, bevor der [Evangelien-] Text geküsst wird, und gleicherweise stellt der Konvent die seinen dahin zurück, wo sie vorher gestanden haben, [um sie] nach dem Offertorium wieder zu nehmen.
14. Nachdem nämlich der Abt die Gott zu weihende Opfergabe dargebracht hat, nach dem Gebet des Veni Sanctificator [Komm, Heiligmacher], [und] nach der Kniebeugung, wendet er sich den Altardienern zu und nimmt seine Kerze aus der Hand des Diakons entgegen. Die Altardiener nehmen alle ihre [Kerzen] und warten, bis der Abt zur Altarstufe hinabsteigt, während der Sakristan und sein Gehilfe etwas hinter ihnen zum Altar hin stehen. Der Sakristan nimmt vom an der Stufe stehenden Abt, gleichsam [auf ihn] zugehend, die Kerze aus seiner Hand mit Verneigungen vorher und nachher und den üblichen Küssen entgegen, verbleibt aber darauf zu seiner Rechten, und sein Gehilfe zur Rechten ebendieses Sakristans, um die ausgelöschten Kerzen entgegenzunehmen und wegzulegen, die der Sakristan aus der Hand des Zelebranten annimmt, unauffällig löscht und ihm übergibt.
15. Bald also, sowie der Zelebrant seine Kerze dem Sakristan übergeben hat, verneigt sich der Diakon vor dem Abt, küsst die Kerze, die er hält, bringt sie ihm dar, wobei er ihm die Hand küsst und sich wiederum verneigt, [und] dem Subdiakon und den anderen Altardienern Platz macht, die mit dem gleichen Ritus, einer nach dem anderen, ihre Kerzen opfern. Wenn Prälaten anwesend sein sollten, die hinzutreten möchten, kommen sie vor den Altardienern, [und] opfern die Kerzen ohne Kuss oder Verneigung.
16. Danach komme der Zelebrant zur Presbyteriumsstufe, und dort, in der Mitte zwischen den Heiligtumsdienern sitzend oder stehend (wie es ihm gefällt), nehme er die Kerzen der einzelnen Brüder entgegen, die zu zweien und zweien der Ordnung nach herantreten, [und] diese mit dem gleichen Ritus wie oben opfern. Der Diakon jedoch, zu seiner Rechten stehend, nimmt sie aus der Hand des Abtes entgegen, übergibt sie dem Sakristan, der sie auslöscht und weglegt, wobei ihm sein Gehilfe hilft. Darauf kehrt der Zelebrant, die Knie an der Altarstufe beugend, [an den Altar] zurück, inzensiert die Opfergabe und den Altar und setzt die Messe fort.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Rituale cisterciense Deutsch (1689), 3. Buch, 24. Kapitel: Vom Fest des Leibes Christi

Rituale cisterciense (1689), Drittes Buch, Kapitel 24: Vom Fest des Leibes Christi

1. Am Donnerstag nach dem Fest der Allerheiligsten Dreifaltigkeit bereitet der Sakristan vor, was notwenig ist für den Feiertag des Leibes Christi, das ist einen etwas hervorragenden Ort, zurückhaltend geschmückt, in der Mitte des zurückliegenden Teils des Altars, um bequem ohne Stufen reponieren zu können, das Gefäß, in dem das Heiligste Sakrament ausgesetzt wird, einen Baldachin für die Prozession, eine Monstranz (tabernaculum ostensorium, „Zeige-Tabernakel“), also eine silberne, vergoldete Pyxis, in deren oberstem runden Abschnitt sich eine doppelte kristallene Lunula befindet, hinter der leicht eine Hostie eingeschlossen und bei der Prozession getragen werden kann; diese zu konsekrierende Hostie schneidet er so zurecht, dass sie in diese Rundung passt, ohne dass sie ihre oberen Partien berührt oder das Kristall.
2. Sehr wünschenswert und in höchstem Maße geziemlich ist es, dass nach altem Brauch am Altar, wo das Allerheiligste Sakrament ausgestellt ist, keine Messen gefeiert werden, noch dass es umliegend ausgestellt wird; aber es ist jedoch üblich in dieser gesamten Oktav, es [das Allerh. Sakrament] auf dem Altar unbedeckt auszustellen, während die Vesper und das göttliche Offizium, zu denen sich eine große Volksmenge gesellt, gebetet werden; und das Generalkapitel des Ordens gestattet gewissen Klöstern, wie denen in den Städten, in denen [die Bräuche] sich schon eingebürgert haben, der Sitte zu folgen: Daher kann in diesen Klöstern der Priester an diesem Donnerstag, nach der örtlichen Gewohnheit, im Hochamt die Hostie, von deren Beschaffenheit die Rede war, konsekrieren und diese in eine Monstranz einfügen, die er mit der gebührenden Ehrfurcht an einem Ort verschließt, wo sie für gewöhnlich steht.
Von der Aussetzung des Allerheiligsten Sakraments
3. Wenn jedoch der Allerheiligste Leib Christi auszusetzen ist, bekleidet sich der Sakristan oder der Hebdomadarpriester mit Stola und Pluviale von weißer Farbe über einer Albe, und zum Beginn des folgenden Offiziums, wenn der Konvent wie üblich versammelt ist und im Chor kniet, geht er, indem der Kirchendiener im Mönchskleid mit dem Weihrauchfass ihm vorangeht, zum Altar und trägt mit beiden Händen die Burse mit dem Korporale, auf der der Tabernakelschlüssel liegt. Dann, während vier Kerzen brennen, beugt der Priester an der Stufe die Knie, steigt hinauf, enthüllt den Altar, faltet das Korporale auseinander, und, nachdem er den Schrein geöffnet hat, in dem das Sakrament verschlossen war, stellt die Pyxis auf das Korporale, beugt die Knie und steigt zur Stufe hinab.
4. Dort stehend, legt er mit Hilfe des Thuriferars Weihrauch in das Fass ein, ohne irgendeinen Segen oder Kuss; und mit gebeugten Knien verneigt er sich tief, dann inzensiert er drei Mal das Sakrament, verneigt sich wiederum, und gibt dem Altardiener das Weihrauchfass zurück, der es bei dem „Ministerium“ [Kredenz] abstellt. Das Sakrament wird nicht mehr beweihräuchert: Vielmehr steht der Priester auf, tritt an den Altar, beugt die Knie, stellt die Pyxis in den vorbereiteten Thron, macht wiederum eine Kniebeuung und geht mit dem Altardiener weg, während im Chor das Offizium beginnt.
5. Wenn vielleicht einmal eine größere Feierlichkeit erwünscht ist, wie beispielsweise zu Beginn eines Jubiläums oder eines vom Bischof angezeigten Vierzigstundengebets, kann der Obere selbst oder ein anderer Zelebrant bei Beachtung der Angemessenheit dieses tun, [und zwar] mit Diakon und Subdiakon, die mit Dalmatiken bekleidet sind, und einem Thuriferar in Albe; in diesem Fall, wobei höchstens sechs Kerzen brennen, faltet der Diakon das Korporale auseinander und holt die Pyxis heraus, die der Subdiakon (falls sie aufgehängt ist) herablässt; und im Chor kann die Antiphon Paratur gesungen werden, wie sie sich findet in den Vigilien des Festes, das wir behandeln: Dem kann für ein Jubiläum, oder auch nach der obengenannten Oration, vom Zelebranten angefügt werden der Vers V Omnia a te expectant Domine. R Ut des illis eam [sic!] in tempore. und die Collecta Actiones nostras etc. mit der einfachen Konklusion.
6. Bei anderen Aussetzungen jedoch geschieht dies nicht: Sondern nachdem der Priester beweihräuchert hat wie oben beschrieben, betet der Konvent still das Sakrament an, wie im Zeremoniale er Bischöfe, Buch 2, Kap. 33 angezeigt. Wenn tatsächlich am Tag, zum Beispiel vor der Vesper, wie unten gesagt, wiederum das Sakrament enthüllt wird, nimmt der Sakristan, während der Konvent nach der Marianischen Hore kniet, in Kukulle mit der Stola um den Hals und wenn zwei oder höchstens vier Kerzen brennen, ohne Inzens das vor der Pyxis aufgestellt Velum weg; oder er stellt diese herausgenommene Pyxis in den Thron, wobei er vorher und nachher die Knie beugt.
Von der Prozession
7. Am Festtag wird das Sakrament zur Prozession, die nur im Kreuzgang zu halten ist, feierlich herausgeführt nach folgendem Ritus: Nachdem die Terz gesungen wurde, kehren der Zelebrant und die Altardiener in die Sakristei zurück, wo sie sich wie zur Messe ankleiden, während die Glocken geläutet werden, und der Sakristan verteilt weiße Kerzen an die einzelnen Brüder und häuslichen Mitarbeiter: der Diakon, der vom Kantor bestimmt wurde, bekleidet sich auch mit Stola und Dalmatik über der Albe, um das Kreuz an der Spitze der Prozession zwischen den Kerzenträgern zu tragen, die Alben angezogen haben; Ältere in Kukullen treten zum vorbereiteten Baldachin; der Kirchendiener zündet die Kerzen des Altars und der Brüder an.
8. Die so Vorbereiteten treten zum Altar, wie wir für den Gründonnerstag gesagt haben; voraus geht der Thuriferar mit dem nicht rauchenden Weihrauchfass und dem Schiffchen zur Altarstufe; es folgt der Kreuzträger zwischen den Kerzenträgern, und er bleibt mit jenen [dort] in der Mitte der Presbyteriumsstufe; die Älteren mit dem Baldachin treten heran und stehen mitten im Presbyterium gegen die Altarmitte; die Altardiener und der Zelebrant kommen zur Stufe und der Konvent steht zum Altar gewendet und hält die Kerzen, wie wir gesagt haben beim [Fest der] Reinigung [Mariens].
9. Darauf beugen alle die Knie, außer Kreuzträger und Akolythen, und der Diakon läßt unter dem Schweigen des Chors die Pyxis erscheinen mit den üblichen Kniebeugungen, stellt sie mitten auf das Korporale auf den Altar und kehrt zum Zelebranten zurück; er steht und ihm reicht er den Weihrauch zum Einlegen, ohne Segen oder Kuß, und wenn er kniet gibt er ihm das Weihrauchfass. Nachdem aber der Zelebrant das Sakrament beweihräuchert hat, steigt der Diakon, nachdem er das Weihrauchfass dem Thuriferar übergeben hat, zum Altar hinauf und nimmt, wie zum Gründonnerstag gesagt wurde, die Pyxis und legt sie stehend in die Hände des knienden Zelebranten, dem zwischenzeitlich der Subdiakon das Schultervelum umgelegt hat, das ihm vom Thuriferar vom Ministerium angereicht worden ist.
10. Der Zelebrant empfängt mit den von diesem Velum verhüllten Händen die Pyxis in der Weise, dass das in die Hostie eingeprägte Bildnis zur Prozession gewandt ist; und er steht auf und geht mitten zwischen den Altardienern, die ihm beidseitig seine Arme stützen, unter den Baldachin. Sobald aber der Diakon das Sakrament vom Altar genommen hat und wenn vom Kantor das Responsorium Eduxit angestimmt worden ist, geht der Kreuzträger hinaus mit den Kerzenträgern und die Brüder folgen in der Ordnung, wie bei anderen Prozessionen üblich, [und] sie verneigen sich tief, wenn sie am Sakrament vorübergehen: Vom Thuriferar oder den Thuriferaren, wenn zwei anwesend sein können, wird der Weg in der Mitte der Prozession beweihräuchert, wie in Kap. 20 [gesagt].
11. An einer jeden Station steht der Konvent wie sonst auch, und der Zelebrant hält das Sakrament in den Händen ohne es irgendwie abzusetzen oder zu beweihräuchern: obgleich dies ausdrücklich verboten ist im Caeremoniale Episcoporum, es sei denn [an Orten], wo der Weg länger ist und eine Kirche vorhanden ist, auf deren Altar das allerheiligste Sakrament abgesetzt werden soll. Alle Brüder jedoch, die dem Zelebranten vorausgehen, ausgenommen der Kreuzträger und die Akolythen, beugen die Knie vor dem Leib des Herrn, bevor sie zum Stehen kommen, und ähnlich halten sie es, wenn sie vom Ort, wo sie stehen, weggehen. Diejenigen jedoch, die den Baldachin begleiten oder ihm folgen, machen keinerlei Ehrbezeigung, und der Zelebrant singt nicht mit den anderen.
12. Bei der Rückkehr der Prozession gehen der Kreuzträger und die Akolythen direkt in die Sakristei, die Brüder, die beim Einzug singen, stehen im Chor zum Altar gewendet mit den brennenden Kerzen, bis das Sakrament dem Diakon zurückgegeben wurde und die Älteren sich mit dem Baldachin zurückgezogen haben, und der Zelebrant beugt die Knie. Dann nämlich beugen gleichzeitig alle die Knie bis zum Beginn der Messe und fahren mit dem Responsorium fort, das vom Kantor im Kreuzgang begonnen wurde.
13. Nachdem der Diakon sich auf die Knie niedergelassen hat, nimmt er die Pyxis vom stehenden Zelebranten entgegen, steht auf und stellt sie sie wie vorher in die Mitte des Korporales auf den Altar, und darauf geht er zum Zelebranten zurück; dem reicht er, nachdem ihm vom Subdiakon das Schultervelum abgenommen wurde, den Weihrauch und das Rauchfass zum Inzens des Herrenleibes wie in Nr. 9. und nachdem das geschehen ist, steigt derselbe Diakon zum Altar hinauf und stellt das Sakrament in den Thron; die Akolythen kehren zusammen zur Altarstufe zurück; die Kerzen im Chor werden gelöscht und die gewöhnlichen Lampen werden entzündet; der Kantor beginnt stehend mit dem Konvent den zu singenden Introitus nach dem gewohnten Ritus; und der Zelebrant spricht das Schuldbekenntnis mit den Altardienern wie sonst auch, wobei er auf das Genaueste alle Kniebeugungen und Ehrbezeigungen beobachtet, die am Anfang des Messbuchs vorgeschrieben sind, wo vom Zelebrationsritus vor dem Allerheiligsten Sakrament gesprochen wird.
14. Doch wenn an diesem Tag der Abt mit den Pontifikalien zelebrieren möchte, muss das Sakrament entweder weggeschlossen oder verhüllt werden: Denn es ziemt sich nicht, dass ein Zelebrant mit Mitra oder anderem vor ihm [dem Sakrament] steht oder sitzt, noch kann dann die Ordnung der Zeremonien und Riten, die in solchen Messen einzuhalten ist, beobachtet werden. Gleiches ist von der Vesper zu sagen.
15. Nach der Sext bedeckt der Sakristan mit einem aufgehängten Velum geziemend das Sakrament bis zum Beginn der regularen Vesper: jener [nämlich], wie gesagt wurde für die bestimmten Klöster, die in Städten gelegen sind, [und] in denen es üblich ist, des Volksandrangs wegen ausgesetzt zu lassen; in diesem Fall seien jeweils zwei Brüder aufeinanderfolgend zu zweit eine halbe Stunde lang anwesend, die vom Kantor auf der Tabula bestimmt hat, [und] sie beten mit gebeugten Knien vor dem Herrn.
Von der Reposition
16. Nach der Vesper, auf reguläre Art gesprochen [i.e. in Klöstern außerhalb von Städten], wird das Sakrament in diesem Ritus reponiert. Der Abt, oder in der Oktav der Hebdomadarpriester, geht aus dem Chor mit dem Sakristan und dem Thuriferar, oder auch mit dem Diakon und dem Subdiakon (wenn sie wie in Nr. 5 eingesetzt werden sollen), während der Invitator den Versikel vor dem Magnifikat singt, und er bekleidet sich mit der Stola über der Albe und dem Pluviale.
17. Während jedoch das Benedicamus Domino gesungen wird, geht er zur Altarstfe, wobei ihm der Thuriferar mit dem Rauchfass und der Sakristan mit dem Schultervelum vorausgehen, dort beugt er die Knie, während alle, nachdem der Vers Fidelium gebetet wurde, auf die Knie niederfallen, der Kantor [aber] mit Pausen und ehrfürchtig  den Vers Tantum ergo etc. und Genitori  etc. und drittens Domine salvum fac Regem beginnt.
18. Dann steht der Zelebrant auf, legt Weihrauch in das Rauchfass ein und beweihräuchert kniend wie oben [gesagt] das Sakrament, bevor es aus dem Thron genommen wird. Diese Regel nämlich wird befolgt: dass während der Aussetzung nicht beweihräuchert wird, es sei denn, nachdem [das Sakrament] auf dem Korporale inmitten des Altars abgesetzt wurde; während der Reposition jedoch wird inzensiert, bevor es auf den Altar gestellt wird. Darüber hinaus [aber] wird in beiden Fällen, nach jenem Inzens, der zu Beginn vom Zelebranten ausgeführt wurde, weder von ihm, noch von einem anderen mehr beweihräuchert. Dazu müssen in höchstem Maße jene angehalten werden, die meinen, durch überflüssige Beweihräucherungen dem Leib Christi viel Ehre zu erweisen.
19. Wenn der Gesang im Chor beendet wurde, erhebt sich der Zelebrant und singt aus dem Buch, wenn es nötig ist, den Vers Misericors et miserator [Dominus]. Escam dedit timentibus se] und die Collecta Deus qui nobis etc. einzig mit einfacher Konklusion Qui vivis etc. Danach wird ihm das Schultervelum umgelegt von den Altardienern und er allein steigt zum Altar hinauf, beugt die Knie, erhebt sich und nimmt mit den vom Velum bedeckten Händen die Pyxis vom Thron, hält sie mit der Linken am Knauf, mit der Rechten am Fuß dergestalt, dass das Bild der Hostie zum Chor zeigt: Während dieser die Venia erbittet, wie am Ende der Messe ausgerichtet, segnet er ihn, indem er langsam das Zeichen des Kreuzes mit jenem Gefäß macht von der Stirn zur Brust und von der Linken zur Rechten, wobei er nichts spricht. Bald darauf hält er die Pyxis wieder vor die Brust, [und] nachdem er kurz innehält, vollzieht er eine Drehung zur Evangelienseite hin und stellt das Sakrament auf das Korporale, beugt die Knie, und sich erhebend verschließt er [es] im Schrank oder in der Kapsel: Vom Chor wird derweil die Antiphon Mane etc. gesungen, die der Kantor gleich nach dem Segen anstimmt. Darauf kehrt [der Priester] nach der Kniebeugung an der Stufe in die Sakristei zurück in der Ordnung, in der er kam, die Altarkerzen werden gelöscht und alle stehen auf, [und] gehen nach der Verneigung hinaus.
20. Dieser Ritus wird während der ganzen Oktav befolgt, sowohl vom Abt am Festtag und am Oktavtag, als auch, wie wir gesagt haben, vom Hebdomadarpriester an den anderen Tagen innerhalb der Oktav. Der Obere des Orts kann jedoch zugunsten der Tagelöhner [am Tage Arbeitenden] diesen Segen an den einfachen Tagen [der Oktav] bis nach dem Ende der Komplet verschieben; und dann wird das Sakrament schweigend ausgesetzt, wie oben [gesagt], nach der Kollatslesung, die im Kreuzgang stattfindet, [und] vor dem Beginn der Komplet; und der Priester bekleidet sich erst, wenn im Chor das Salve Regina gesungen wird.
21. Innerhalb der Oktav wird morgens vor dem Beginn der regularen Terz ausgesetzt und am Sonntag nach der Besprengung mit Weihwasser. Wenn in Städten jedoch am Sonntag früher ausgesetzt werden sollte, besprengt der Priester, nach der Wasserweihe, weder den Altar noch das Presbyterium: Sondern sofort, wenn er sich in Richtung Südosten gedreht hat [„mit den Nieren sich zwischen Süden und Osten umwandte“], damit er den Rücken nicht dem Sakrament zuwendet, besprengt er die Brüder, die, wie es Brauch ist, hinzutreten.

Samstag, 24. September 2011

Rituale cisterciense Deutsch - 1. Buch, 17. Kapitel: Von den Prozessionen (II)

Rituale cisterciense (1892), Buch 1, Kapitel 17 (7-12):

7. Nachdem sie sich bereitet haben, gehen sie aus der Sakristei hinaus und stellen sich vor dem Altar auf, der der erste Halt beim Presbyterium ist; sie wenden sich dem Eingang des Chores zu, und zwar so, dass der Thuriferar an erster [Stelle] steht, der Subdiakon an zweiter, der Diakon als letzter zwischen zwei Akolythen, die ihm etwas vorausgehen mit den Kerzen.
8. Zwischenzeitlich zieht der Zelebrant, nachdem der Vers Die göttliche Hilfe gesungen wurde, das Pluviale an, nach der Terz oder einer anderen [Hore], wobei ihm der Hebdomadar der vorherigen [Woche] oder ein anderer Altardiener hilft. Und während er vom Altar die Reliquien empfängt, die in den Händen getragen werden: [,] geht der Thuriferar zum Abt oder, wenn er abwesend ist, zum Zelebranten, der mit dem Pluviale bekleidet ist und an der Altarstufe steht, damit dieser, bevor er die Reliquien empfängt, Weihrauch einlegt und segnet nach dem Ritus, der weiter unten beschrieben wird.
9. Nachdem sie sich so aufgestellt haben, oder auch schon eher, und nachdem der Kantor die Antiphon oder das Responsorium angestimmt hat, gehe der Thuriferar hinaus, [wobei] er in der linken Hand das geschlossene Schiffchen hält und mit der rechten das Rauchfass leicht hin und her schwenkt. Der Subdiakon, mit dem Weihwasser in seiner Linken, besprengt mit der Rechten den Weg. Und der Diakon [geht] mit dem Kreuz, das er mit beiden Händen erhoben trägt ([wobei] das Bild Christi immer zum Konvent zeigt), zwischen den Akolythen, die ihm mit den Leuchtern ein wenig vorangehen sollen zu seiner Rechten und Linken: Es folgt der Konvent, [wobei] die jüngeren Mönche vorangehen, in der Weise, dass der Zelebrant und der Abt hinter dem Zelebranten alleine hinterher geht. Und nach ihm [folgen] die Novizen, nach den Novizen die Laienbrüder oder Konversen, zwei zu zwei; danach [folgen] die Gäste und die ‚Familia’ [die Mitarbeiter etc.].
10. Wenn ein einziges Responsorium [vorgesehen ist], wird es gedehnt gesungen, damit es ausreichend ist mit der folgenden Antiphon, bis alle [wieder] in den Chor eingetreten sind; dann wird der Introitus der Messe begonnen. Und, wenn es nötig sein sollte, fügt der Kantor den Vers Ehre sei dem Vater hinzu mit der üblichen Wiederholung vor der Antiphon, die beim Einzug in die Kirche angestimmt wird.
11. Wenn Stationen gehalten werden, sei die erste in dem Abschnitt des Kreuzgangs, der nahe beim Dormitorium ist; und zwar so, dass diejenigen, die in der Mitte des Zuges sind, vor dem Kapitelsaal stehen: Dann wenden sich der Diakon, die Akolythen, der Subdiakon vor dem Diakon und der Thuriferar vor dem Subdiakon um und stehen mit dem Gesicht und dem Bild des Gekreuzigten zum Konvent gewendet, der hier und dort ebenfalls einander zugewendet steht: Ausgenommen der Abt oder der Zelebrant, die ihr Gesicht zum Kreuz gewendet halten und [so] stehen.
12. Nachdem die erste Station beendet wurde, wie in den Processionalia vorgesehen, und nachdem der folgende Vers oder das Responsorium begonnen wurde, machen sich die Brüder wieder auf den Weg, wie vorher gesagt, und in gleicher Weise wird die zweite Station beim Refektorium gehalten: Darauf geht man weiter zur dritten im ‚Lesegang’ (Kollationsgang) bei der Kirche: Wenn der Abt oder (in seiner Abwesenheit) der Kantor jedoch die Antiphon angestimmt hat, treten alle singend in die Kirche ein; und nachdem die Antiphon gesungen wurde, wird die Messe vom Kantor angestimmt, während die Altardiener und der Zelebrant geradewegs in die Sakristei gehen und sich vorbereiten, um zum Altar zu gehen, auch [dann], wenn die Tabula für einen Verstorbenen geschlagen wird.

Montag, 19. September 2011

Rituale cisterciense Deutsch - 3. Buch, 27. Kapitel: Vom feierlichen Tricenarium und den vorgeschriebenen Totenoffizien

Rituale cisterciense (1892), Buch 3, Kapitel 27:

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[1.] Am 17. September (auch wenn es ein Sonntag ist), wenn alle im Kapitelsaal versammelt sind, verbeugt sich der Leser nach der Lesung der Regel und der Kapitelsbeschlüsse, nachdem er das gewöhnlich [stattfindende] Gedächtnis der verstorbenen Brüder ausgelassen hat, und geht an seinen Platz. Der Kantor jedoch tritt zu demjenigen, der dem Kapitel vorsteht, verneigt sich mit entblößtem Haupt und singt stehend im Lektionston:
Sprecht die Seelen unserer Brüder, Schwestern, Familiaren und Wohltäter los, die in diesem Jahr verstorben sind.
Nachdem er das gesungen hat, verneigt er sich wiederum und kehrt zu seinem Sitz zurück.
2. Bald darauf singt der Obere, der zusammen mit dem Konvent aufrecht steht, mit entblößtem Haupt, indem er am Schluss eine Flexa macht:
Die Seelen unserer Brüder, Schwestern, Familiaren und Wohltäter, die in diesem Jahr verstorben sind, mögen ruhen in Frieden. ¶
Nach der Antwort ‚Amen’ wenden sich alle, die vorher einander zugewandt standen, nach Osten oder zum Sitz des Oberen, und singen wechselseitig, vom Kantor angestimmt, mit der Flexa den Psalm De profundis [Aus den Tiefen]. Nach dem Vers Requiem aeternam [Ewige Ruhe] beginnt der Kantor:
Kyrie eléyson.
Und alle werfen sich (auch am Sonntag) nieder, wie oben in Kapitel 8 und fügen hinzu:
Christe eléyson, Kyrie eléyson.
Und still Vater unser  etc. [worauf] am Ende der Obere, bis dahin niedergeworfen, singt:
Und führe uns nicht etc.
A porta inferi. ¶
Requiescant in pace. ¶
Domine exáudi, etc.
Und sich zum Der Herr sei mit euch erhebend, singt er aufgerichtet:
Orémus. ¶ Deus véniae, etc. mit vollständiger Konklusion.
3. Danach sitzen alle wie vorher und der Kantor singt ‚in directum’ [auf einem Ton], nachdem er in gleicher Weise wieder zum Oberen gegangen ist:
Sprecht die Seelen unserer Väter, Mütter, Brüder, Schwestern und aller unserer Verwandten los, die in diesem Jahr verstorben sind.
Der Obere antwortet sitzend:
Sie mögen ruhen in Frieden, und der Konvent [antwortet]: Amen.
4. Nachdem darauf Benedicite gesagt worden ist von demjenigen, der vorsteht, mache der Kantor, wenn ein Verstorbener zu absolvieren oder ein [Toten-]Breve für ihn zu lesen oder sein ‚Dreißigster Tag’ zu kommemorieren ist, dies in gewohnter Weise. Der Obere aber erinnert an die [Gebets-]Verpflichtung, die wir gegenüber den Verstorbenen einhalten; ‚von der Ordnung [unseres Ordens]’ wird gesprochen wie zu anderer Zeit; und endlich, nachdem alles behandelt wurde, was zu behandeln war, beginnt der Kantor De profundis etc. ‚in directum’ [auf einem Ton] und der Obere singt am Ende die Collecta Fidelium anstelle von Deus veniae, die schon gesungen wurde.
5. Fernerhin fällt unter die obige Verpflichtung: 1° dass an diesem Tag des 17. [September] zur Vesper das Feierliche Tricenarium begonnen wird, es sei denn, dass vielleicht am folgenden Tag ein vorgeschriebener Fasttag ist, also die Quatember[-woche] oder der Vigiltag des hl. Matthäus; oder dass darauf ein Sonntag oder ein Festtag mit 3. Lektionen fällt. Wenn das eintritt, wird das Offizium bis nach der Vesper jenes Tages, des Festes oder des Sonntags, verschoben, und am folgenden Tag werden die Laudes und die Messe, die dritte in der Ordnung, feierlich gesungen, wie auch die Vesper und die entsprechende Nokturn am Vortag, mit der einzigen Collecta Deus veniae. 2° Während des Tricenariums wird diese Collecta Deus veniae als erste in allen Messen und Totenoffizien gesungen, die nicht für einen gegenwärtigen [also noch nicht begrabenen] Verstorbenen sind oder von irgendeinem Jahresgedächtnis sind, und in den Ferialmessen oder [in solchen] von einem kommemorierten Heiligen, für den eine Eigenmesse gefeiert wird, singt man sie an zweiter Stelle. Nicht jedoch an Festen mit 3 oder 12 Lektionen. 3° Ein jeder Priester des Ordens soll 20 Messen privat für jene [Verstorbenen] feiern, außer jenen, die am Tag dieses Jahresgedächtnisses oder anderer - Feierlicher oder monatlicher – Jahresgedächtnisse gesungen werden sollen. Auch Kleriker sollen zehn Psalterien [die 150 Psalmen] mit den Vers Requiem am Schluss des letzten der Psalmen, die sie beten, rezitieren; und die Konversen 1500 Herrengebete [Vaterunser] oder ebenso viele Miserere [Ps. 50]. 4° Drei ‚Präbenden’ [hier: ‚Dargereichtes’] werden an jedem Tag des Tricenariums im Refektorium für die Verstorbenen offeriert, nachdem dem Oberen aufgetischt wurde; diese ‚Präbenden’ werden an den dazu bestimmten Ort gestellt oder jedenfalls an die rechte Seite des Haupttisches und werden vom Pförtner des Klosters nach der Mahlzeit weggenommen und an die Armen verteilt.
6. Auch an Allerseelen, dem 2. November, am Gedächtnistag unserer Eltern, dem 18. November, dem der Oberen des Ordens, dem 28. Januar, und der unter der Regel [gelebt habenden] Personen des Ordens, dem 21. Mai, halten wir ein feierliches Offizium mit Vesper, Nokturn und Messe; und wenn einer dieser Tage auf einen Montag oder den Folgetag irgendeines Festes fällt, wird nach der regulären Vesper [des Sonn- oder Festtags] die Totenvesper feierlich gesungen. An diesen Offizien und Ähnlichem sollen alle teilnehmen, wenn sie nicht aus schwerwiegendem Grund verhindert sind. Und die einzelnen Priester, der Hebdomadar ausgenommen, sind gehalten, für diese [Verstorbenen] an jenem Tag [die Eucharistie] zu feiern: Und der Hebdomadar [soll in der Messe] von der Seligen [Jungfrau Maria] die zweite Collecta von diesen [Verstorbenen] singen.
7. Fernerhin werden in jedem feierlichen Totenoffizium die Psalmen stehend und ein wenig langsamer gesungen, das Vaterunser wird von den Brüdern über die Miserikordien verneigt vor den Lesungen der Nokturn gesprochen; diese [Brüder] sitzen später zu den Lesungen, die der Invitator singt, wie es [sonst] üblich ist. Doch das dritte Responsorium beginnt der Kantor und dessen Vers singt er stehend; wenn er dessen Beginn wiederholt, stehen alle auf und stehen bis zum Herrengebet [Vaterunser], das still zu sprechen ist, mit dem folgenden Psalm und der Collecta, entweder über die ‚Formen’ oder über die Miserikordien [verneigt], je nach Festrang des Regularoffiziums, und der Hebdomadar selbst singt den Vers Reciescant nach der Collecta: nicht jedoch der Kantor. Zur Messe werden das Responsorium Si ambulem oder Requiem und der Tractus Absolve gemeinsam von beiden Chorseiten gesungen, wobei der Kantor beginnt: und nach dem Sanctus knien wir uns über die ‚Formen’ gebeugt, wenn die [liturgische] Zeit die Kniebeugung erlaubt. Alles übrige geschieht, wie wir oben in Kap. 5 gesagt haben.
8. Am Ende der Messe findet keine Absolution an der Bahre statt, die nicht herbeigebracht werden soll, außer in den Fällen, die im 5. Buch angegeben sind. Nur an Allerseelen, am 2. November, wird eine Prozession gehalten nach folgendem Ritus.
9. Auf der Epistelseite zieht der Zelebrant das Messgewand aus und kleidet sich in ein Pluviale [Chormantel], und wenn er an der Altarstufe steht, legt er Weihrauch ins Weihrauchfass ein, ohne Segen oder Kuss, wobei ihn der Subdiakon unterstützt: Dann nimmt der Diakon das Prozessionskreuz, das dort vom Sakristan bereitgestellt wurde, und der Chor in den Stallen fährt fort mit dem R[esponsorium] Libera me etc, wobei der Kantor beginnt. Darauf folgt der Konvent in der Ordnung dem vorangehenden Thuriferar und dem [darauf folgenden] Diakon mit dem Kreuz und den Kerzenträgern, wie im 1. Buch, Kap. 17 [beschrieben] und hält die Prozession durch den Kapitelsaal, den Kreuzgang, die Kirche und den Friedhof. An diesen [Orten] geht der Abt mit dem Weihwasserwedel umher und besprengt mit der rechten Hand die Gräber auf dem Weg, und der Subdiakon zu seiner Rechten, ein wenig hinter ihm, hebt mit der Linken den vorderen Teil seines Pluviales an, und mit der Rechten hält er das Gefäß mit dem Weihwasser. Die in den Büchern verzeichneten Responsorien werden jedoch so getragen gesungen, dass beim Ausgang des Friedhofs die sieben Bußpsalmen vom Kantor begonnen werden können. Der Konvent rezitiert sie wechselseitig und mit Gravität, und geht in die Kirche zurück durch die Tür, durch die man auf den Friedhof geht; und diese Psalmen beendet er [der Konvent] auf der Presbyteriumsstufe kniend, wie oben in Kap. 17 [beschrieben], indem er den Vers Requiem etc. am Ende des letzten [Psalms] hinzufügt. Inzwischen legt der Zelebrant, der mit dem Kreuz und den anderen Altardienern in die Sakristei zurückgekehrt ist, [die Gewänder] ab. Danach aber kniet er an seiner Stelle [in der Rangordnung] nieder und singt mit den anderen die Psalmen weiter. Am Schluss richtet er sich vor der Altarstufe auf die Knie auf und singt die Versikel A porta, Domine exaudi, Dominus vobiscum, die Collecta Fidelium und Requiescant in pace: nachdem ihm alle geantwortet haben Amen, stehen sie auf und entfernen sich.

Dienstag, 6. September 2011

Rituale cisterciense Deutsch - 1. Buch, 17. Kapitel: Von den Prozessionen

Buch 1, Kapitel 17: Von den Prozessionen


[1.] Überall werde sonntags vom Osterfest bis zum Fest der Erhöhung des Heiligen Kreuzes ausgenommen eine Prozession ohne Stationen im Kreuzgang gehalten: Ausgenommen sind die Sonntage von Pfingsten, Dreifaltigkeit, innerhalb der Oktav von Fronleichnam und diejenigen, auf die ein Sermo-Fest fällt, es sei denn, es wäre ein Fest der Seligen Maria.
2. Denn an Festen der Seligen Maria, an Christi Himmelfahrt, am Feiertag des Allerheiligsten Sakraments und am Oktavtag [dieses Festes und] am Palmsonntag wird ebenfalls eine Prozession durch den Kreuzgang gehalten: Doch [diese wird gehalten] mit Stationen, wie in den Prozessionalen angegeben. An anderen Tagen jedoch werde keine Prozession gehalten, wenn es nicht vom Generalkapitel zugestanden wurde; ausgenommen sind die Freitage der Quadragesima, das Fest des hl. Markus, die Bitttage und Allerseelen, oder wenn ein Prälat oder König in Prozession empfangen werden muss.
3. Außerhalb des Kreuzgangs halten wir niemals die Prozession, auch nicht am Tag des hl. Markus oder an den drei Bitttagen. Ausgenommen sind nur der Tag der Verstorbenen [Allerseelen], der Empfang eines Prälaten oder eines höchsten Fürsten und die Beisetzung eines Verstorbenen: an diesen Tagen halten wir die Prozession, wie es an ihren jeweiligen Stellen gesagt wird.
4. Wenn also irgendeine Prozession gehalten werden soll, sehe der Prior zu, dass sich nichts Unpassendes im Kreuzgang befindet; und vor allen Prozessionen werden die Glocken geläutet zum Ende des letzten Psalms bis zum Kapitel der vorausgehenden Hore.
5. Bei jeder feierlichen Prozession (das ist eine solche mit Stationen oder Litaneien) sollen fünf Altardiener anwesen sein: Auch in der darauf folgenden Messe ist es wünschenswert, dass ein Diakon [seinen Dienst ausübt]. Das heißt also, dass ein Diakon, ein Subdiakon, zwei Akolythen und ein Thuriferar [anwesend sein sollen].
6. So kleiden sich, während die Glocken geläutet werden, die Altardiener im „Vestiarium“ oder der Sakristei, ihrem Weiherang entsprechend, an, wohin sie sich begeben haben. Das heißt: der Thuriferar [ist bekleidet mit] Schultertuch, Albe und Zingulum, [und er trägt] das Weihrauchfass und das Schiffchen; die Akolythen [sind] gleichermaßen [bekleidet und tragen] Leuchter mit brennenden Kerzen; der Subdiakon (soweit nicht anders angegeben) [trägt] die Tunicella, das Weihwasser und den Weihwasserwedel, der Diakon jedoch die Stola, die Dalmatik (ausgenommen die Tage, die an ihren Stellen angegeben sind) und das Kreuz mit der Tragestange.
7. Nachdem sie sich bereitet haben, gehen sie aus der Sakristei hinaus und stellen sich vor dem Altar auf, der der erste Halt beim Presbyterium ist; sie wenden sich dem Eingang des Chores zu, und zwar so, dass der Thuriferar an erster [Stelle] steht, der Subdiakon an zweiter, der Diakon als letzter zwischen zwei Akolythen, die ihm etwas vorausgehen mit den Kerzen.
8. Zwischenzeitlich zieht der Zelebrant, nachdem der Vers Die göttliche Hilfe gesungen wurde, das Pluviale an, nach der Terz oder einer anderen [Hore], wobei ihm der Hebdomadar der vorherigen [Woche] oder ein anderer Altardiener hilft. Und während er vom Altar die Reliquien empfängt, die in den Händen getragen werden: [,] geht der Thuriferar zum Abt oder, wenn er abwesend ist, zum Zelebranten, der mit dem Pluviale bekleidet ist und an der Altarstufe steht, damit dieser, bevor er die Reliquien empfängt, Weihrauch einlegt und segnet nach dem Ritus, der weiter unten beschrieben wird.
9. Nachdem sie sich so aufgestellt haben, oder auch schon eher, und nachdem der Kantor die Antiphon oder das Responsorium angestimmt hat, gehe der Thuriferar hinaus, [wobei] er in der linken Hand das geschlossene Schiffchen hält und mit der rechten das Rauchfass leicht hin und her schwenkt. Der Subdiakon, mit dem Weihwasser in seiner Linken, besprengt mit der Rechten den Weg. Und der Diakon [geht] mit dem Kreuz, das er mit beiden Händen erhoben trägt ([wobei] das Bild Christi immer zum Konvent zeigt), zwischen den Akolythen, die ihm mit den Leuchtern ein wenig vorangehen sollen zu seiner Rechten und Linken: Es folgt der Konvent, [wobei] die jüngeren Mönche vorangehen, in der Weise, dass der Zelebrant und der Abt hinter dem Zelebranten alleine hinterher geht. Und nach ihm [folgen] die Novizen, nach den Novizen die Laienbrüder oder Konversen, zwei zu zwei; danach [folgen] die Gäste und die ‚Familia’ [die Mitarbeiter etc.].
10. Wenn ein einziges Responsorium [vorgesehen ist], wird es gedehnt gesungen, damit es ausreichend ist mit der folgenden Antiphon, bis alle [wieder] in den Chor eingetreten sind; dann wird der Introitus der Messe begonnen. Und, wenn es nötig sein sollte, fügt der Kantor den Vers Ehre sei dem Vater hinzu mit der üblichen Wiederholung vor der Antiphon, die beim Einzug in die Kirche angestimmt wird.
11. Wenn Stationen gehalten werden, sei die erste in dem Abschnitt des Kreuzgangs, der nahe beim Dormitorium ist; und zwar so, dass diejenigen, die in der Mitte des Zuges sind, vor dem Kapitelsaal stehen: Dann wenden sich der Diakon, die Akolythen, der Subdiakon vor dem Diakon und der Thuriferar vor dem Subdiakon um und stehen mit dem Gesicht und dem Bild des Gekreuzigten zum Konvent gewendet, der hier und dort ebenfalls einander zugewendet steht: Ausgenommen der Abt oder der Zelebrant, die ihr Gesicht zum Kreuz gewendet halten und [so] stehen.
12. Nachdem die erste Station beendet wurde, wie in den Processionalia vorgesehen, und nachdem der folgende Vers oder das Responsorium begonnen wurde, machen sich die Brüder wieder auf den Weg, wie vorher gesagt, und in gleicher Weise wird die zweite Station beim Refektorium gehalten: Darauf geht man weiter zur dritten im ‚Lesegang’ (Kollationsgang) bei der Kirche: Wenn der Abt oder (in seiner Abwesenheit) der Kantor jedoch die Antiphon angestimmt hat, treten alle singend in die Kirche ein; und nachdem die Antiphon gesungen wurde, wird die Messe vom Kantor angestimmt, während die Altardiener und der Zelebrant geradewegs in die Sakristei gehen und sich vorbereiten, um zum Altar zu gehen, auch [dann], wenn die Tabula für einen Verstorbenen geschlagen wird.
13. Am Tag des hl. Markus und an den Bitttagen und bei ähnlichen Prozessionen (wenn solche gehalten werden) beginnt der Kantor vor dieser Prozession, während sich der Zelebrant und die Altardiener in die [der Feier] entsprechenden Gewänder kleiden, die Antiphon Exurge [Erhebe dich], wie im Graduale [angegeben], und der Chor fährt, einander zugewandt stehend, fort; nachdem diese nach dem Psalm Deus auribus [Ps. 43(44) Gott, wir hörten es] und Ehre sei dem Vater wiederholt wurde, kniet sich der Zelebrant, der zwischenzeitlich in ein violettes Pluviale gekleidet an die Altarstufe getreten ist, hin und alle im Chor beugen die Knie zum Altar hin: Einzig der Diakon mit dem Kreuz steht an der Presbyteriumsstufe in der Mitte und die Akolythen stehen bei ihm.
14. Bald darauf beginnen zwei Brüder, die vom Kantor vorher unterrichtet wurden und [sich] ebenfalls kniend in der Mitte des Chores hinter dem Diakon [befinden], die Litanei, die der Chor wiederholt bis zum Vers Pater de coelis Deus [Gott Vater im Himmel] und die folgenden [Anrufungen]: Zu denen antwortet der Chor nur Miserere nobis [Erbarme dich unser] oder Ora pro nobis [Bitte für uns]. Wenn sie allerdings zu Sancta Maria [Heilige Maria] kommen, erheben sich alle und gehen in Prozession wie üblich nur durch den Kreuzgang.
15. Bei der Rückkehr einer solchen Prozession knien sich der Zelebrant und der Konvent und der Diakon mit Kreuz und Akolythen steht wie beim Auszug. Der Zelebrant jedoch, nachdem er kniend die im Processionale angegebenen Versikel gesungen hat, steht zum Dominus vobiscum [der Herr sei mit euch] und den nachfolgenden Collectae auf. Nachdem diese gesungen wurden, beginnt der Introitus, die Antiphon Sub tuum [Unter deinen Schutz] wird [hingegen vorher] ausgelassen. Und der Priester, der mit den Altardienern in die Sakristei zurückgekehrt war, kommt dann nachher zurück, wie es üblich ist, mit dem Messgewand [bekleidet] und indem der Diakon ihm vorausgeht, um die Messe zu feiern.