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Mittwoch, 17. April 2013

Rituale cisterciense (1892), 3. Buch, 3. Kapitel: Von den Vigilien und den Laudes an [Festen mit] 12 Lektionen

3. Kapitel: Von den Vigilien und den Laudes an [Festen mit]12 Lektionen

[1.] Wenn Pater, Ave und Credo, über die Miserikordien [gebeugt], gebetet wurden, richten sich alle nach dem vom Oberen gegebenen Zeichen außerhalb der Stalle zum Altar gewendet auf und bezeichnen sich [mit dem Kreuz] und verneigen sich. Sobald alle aufrecht stehen, singt der Priester gedehnt de Vers Deus in adjutorium [O Gott, komm mir zu Hilfe], wie in Buch I, Kap. 10, und wenn der Chor antwortet Domine ad adjuvandum [Herr, eile mir zu helfen], verneigt er sich mit verschränkten Armen tief gegeneinander. Wenn sie sich jedoch aufgerichtet haben, stehen sie in den Stallen, während sie, wobei der Subinvitator beginnt, wechselseitig drei Mal singen Domine labia [Herr, öffne meine Lippen] und den Psalm Domine quid multiplicati [Herr, wie haben sich vermehrt, Ps. 3].
2. Am Ende des Psalms tritt der Invitator mit dem Begleiter zur Presbyteriumsstufe [und] verneigt sich, und während sich der Chor nach dem Psalm zum Altar hin wendet, singen sie das Invitatorium: Nachdem sie es gesungen haben, [und] während der Chor es wiederholt, verneigen sie sich wiederum. Dies tun sie auch am Ende der einzelnen Verse des Palms Venite [Kommt; P. 94], den sie singen. Wenn sie stehend singen Gloria [Ehre], verneigt sich der Chor einander zugewandt, und darauf steht er in den Stallen bis zum Ende des Hymnus. Die Invitatoren jedoch kehren, nachdem sie den ersten Teil des Invitatoriums wiederholt [und] sich erneut verneigt haben, an ihren Platz zurück.
3. Dann stimmt der Kantor den Hymnus im Chor des Invitatoriums an, und die anderen die Antiphonen und Psalmen nach der Ordnung, wie sie in Buch I, Kap. 10 beschrieben ist. Wenn sie den ersten Vers des ersten Psalms gesungen haben, setzen sie sich zusammen bis zum Metrum [nach dem Halbvers] des letzten Verses vor dem Gloria Patri, so dass, da sie aufgerichtet sind, sie beim zweiten Psalm stehen bis zum Ende des ersten Verses des dritten Psalms, nach dessen Beendigung sie sich wiederum setzen, und so daraufhin abwechselnd sitzen und stehen oder aber zu allen Psalmen einer jeden Nokturn stehen. In der dritten Nokturn stehen sie zu den Cantica.
4. Nach dem Ende der letzten Antiphon der ersten, zweiten und dritten Nokturn wenden sich die Brüder dem Altar zu, bis sie auf den Versikel geantwortet haben und die erste Benediktion gegeben wurde. Sobald aber der Obere den Leser gesegnet und der Konvent Amen gesprochen, sollen sich alle bis zum Gloria Patri nach dem Vers des vierten Responsoriums setzen; oder aber, wenn kein Gloria gesprochen wird, bis zur Wiederholung des Anfangsverses ebendieses vierten Responsoriums. Dann nämlich sollen sie stehen, bis man sich, nach der obigen Ordnung, wiederum setzen soll. Zur Lesung des Evangeliums hingegen stehen sie außerhalb der Stalle zum lesenden Diakon gewendet, bis er gesagt hat Et reliqua [Und das Übrige], und dann setzen sie sich erneut, wie in den anderen Nokturnen.
5. Nachdem das zwölfte Responsorium gesungen wurde, stimmt der Obere des Chores Te Deum laudamus [ Dich, Gott, loben wir] an; und wenn der Kantor des rechten Chores angefügt hat Te Dominum [Dich, den Herrn], fährt jener Chor fort Confitemur [… preisen wir]; die anderen Verse werden abwechselnd gesungen, und die Brüder verneigen sich Chorseite gegen Chorseite, wenn sie singen Sanctus, sie richten sich [hingegen] auf bei Pleni sunt [Voll sind]. Ganz ähnlich treten sie aus den Stallen heraus, wenn sie beginnen mit Te ergo quaesumus [Dich aber bitten wir], [und] sie verneigen sich ehrfürchtig zu diesen Worten des Quos pretioso, etc. [Die du mit dem kostbaren {Blut}].
6. Wenn sie das Lied beenden, wenden sie sich dem Altar außerhalb der Stalle zu; der Obere jedoch begibt sich geradewegs zum Analogium, auf dem die Lesungen gelesen werden, und er singt das Evangelium. Wenn er singt Sequentia oder Initium, etc. [Aus dem oder Beginn des], bezeichnet er sich von der Stirn zur Brust und von der linken Schulter zur rechten [mit dem Kreuz], wie in Buch I, Kap. 9 [gesagt], was auch die Brüder tun, wenn sie antworten Gloria tibi Domine [Ehre sei Dir, o Herr]. Wenn dies gesagt wurde, wenden sie sich dem Lesenden zu.
7. Sobald Te decet laus [Dir gebührt Lobpreis] vom Oberen angestimmt wurde, verneigen sie sich gegeneinander bis zum in saecula [… in Ewigkeit], und dann halten sie sich über den Miserikordien [verneigt] bis zum Ende der Collecta. Wenn aber ein hohes Sermo-Fest oder eines der Seligen [Jungfrau] gefeiert wird, verneigen sie sich zur Collecta außerhalb der Stalle. Wenn sie gesungen wurde, spendet der Abt feierlich den Segen, wie weiter unten in Buch 8 von den Riten der Äbte [gesagt wird].

Von den Laudes

8. Nach der Collecta oder dem Segen des Abtes richten sich alle auf und bezeichnen sich außerhalb der Stalle zum Altar gewendet [mit dem Kreuz], wie oben [gesagt], und verneigen sich tief. Sobald ein jede aufrecht steht, singt der Hebdmadarpriester Deus in adjutorium [O Gott, komm mir zu Hilfe], und der Chor antwortet stehend Domine ad adjuvandum [Herr, eile mir zu helfen], und er verneigt sich zum [jeweils] anderen Chor, wenn er singt Gloria Patri. Beim Sicut erat stehen sie aufrecht in ihren Stallen, wenn sie [dann], vom Subinvitator angestimmt, abwechselnd den Psalm Deus misereatur [Gott erbarme sich; Ps. 66] singen. Wenn er gebetet wurde, stimmt der Invitator die Antiphon an und der Subinvitator den Psalm, und so setzen sich alle abwechselnd, das heißt zum 1., 3. und 5. Psalm, und sie stehen zum 2. und 4.
9. Sobald sie die Antiphon gesungen haben, wenden sie sich zum Altar, während der Priester außerhalb der Stalle das Kapitel singt, und sich am Schluss verneigt; und doch verneigt sich [auch] der Invitator gleicherweise bevor [der Priester] jenes beginnt, und wieder nach dem Vers. Nach der Wiederholung des Responsoriums aber wenden sie sich wieder einander zu und singen den Hymnus, den der Kantor in jenem Chor anstimmt. Zum Versikel wenden sie sich dem Altar zu, und daraufhin wenden sie sich einander zu, wenn der Abt oder, in seiner Abwesenheit, der Kantor die Antiphon vor dem Canticum Benedictus anstimmt.
10. Wenn das Canticum beendet wurde, singen sie, sofern die Antiphon von der Seligen [Jungfrau] oder von Weihnachten ist, oder wenn ein hohes Sermo-Fest gefeiert wird, dieselbe außerhalb der Stalle stehend; und während der Antiphon Mirabile mysterium [O Wunderbares Geheimnis; Laudes, Bened., Beschneidung des Herrn], wenn sie singen Deus homo factus est [Gott ist Mensch geworden], beugen sie die Knie, den Rest aber singen sie stehend. Die übrigen Antiphonen singen sie in der Stalle.
11. Das Kyrie eleyson beginnt der Kantor allein im Chor des Invitatoriums, und der Konvent, der sich dann über den Miserikodien [verneigt] hält, fährt fort mit Christe eleyson, und er hält etwas inne, bevor er anfügt Kyrie eleyson. Darauf singt der Obere das Pater noster, dem alle zuhören bis zum Et ne nos [Und führe uns nicht] einschließlich: Darauf antwortet der Chor Sed libera [Sondern erlöse uns], ohne Amen.
12. Darauf singt der zum Altar gewendet stehende Hebdomadarpriester das Dominus vobiscum, Oremus und die Collecta; zu ihr verneigt sich der Konvent, falls sie von der Seligen [Jungfrau], von Weihnachten oder von einem hohen Sermo-Fest ist, außerhalb der Stalle. Zu den anderen verbleibt er über die Miserikordien [verneigt] bis zu den Kommemorationen, falls sie zu halten sind.
13. Die Kommemorationen von der Seligen [Jungfrau] und ähnliche feierliche, die an ihren Orten notiert sind, werden von allen außerhalb der Stalle stehend gesungen, zum Altar gewendet, bis zur Collecta, die sie einander zugewandt über den Knien verneigt hören. Die anderen [Kommemorationen] werden gleicherweise zum Altar gewendet gesungen, doch in der Stalle, und zur Collecta sind sie über den Miserikordien [verneigt]. Der Kantor stimmt die einzelnen Antiphonen dieser [Kommemorationen] an in der gleichen Körperhaltung, wie bei den übrigen. Der Priester jedoch, der die Versikel in einem ein wenig tieferen Ton singt und die Collectae in einem höheren, steht immer dem Altar zugewandt vor seiner Stalle, bis er das letzte Dominus vobiscum gesungen hat.
14. Wenn der Invitator das Benedicamus Domino anstimmt, richten sich alle in den Stallen auf, wenden sich zum Altar, und nachdem sie das Deo gratias gesungen haben, halten sie sich wie vorher [über den Miserikordien], während der Priester das Divinum auxilium [Die göttliche Hilfe] spricht, und der Obere das Fidelium [Die Seelen der Gläubigen]. Nach dem Amen sprechen alle gemeinsam die Antiphon Spiritus, etc. und der Priester den Vers und die Collecta verneigt wie der Chor. Wenn danach still von den einzelnen die Oration Sacrosanctae rezitiert wurde, verneigen sie sich, sobald sie sich auf ein Zeichen des Oberen hin aufgerichtet haben, vor dem Altar und gehen hinaus, wie in Buch I, Kap. 16 [gesagt].
15. Am Sonntag jedoch stehen alle nach dem Vers Fidelium zum Altar gewandt, bis der Priester außerhalb der Stalle die Versikel und die Collectae über die Wochendiener der Küche gesprochen hat. Und ähnlich [wird es gehalten], wenn in dieser Hore oder in einer anderen der Segen über einen Abreisenden oder Zurückgekehrten gegeben wird. Wenn das geschehen ist, wird die Antiphon Spiritus, etc. gesprochen, wie oben [gesagt].

Dienstag, 22. Januar 2013

Rituale cisterciense (1892), 3. Buch, 16. Kapitel: Von der Reinigung der heiligen Maria

16. Kapitel: Von der Reinigung der heiligen Maria

[1.] Wenn das Fest der Reinigung [Mariens] auf den Sonntag der Septuagesima oder der [auf ihn] folgenden fällt, wird es auf den Montag verlegt. Die Segnung der Kerzen jedoch, die Austeilung und die Prozession geschehen am Sonntag selbst: wenn nicht anderes in der Diözese zu befolgen ist; aber in der folgenden Messe, die vom Oberen, der diese [Kerzen] gesegnet hat mit violetten Dalmatiken zu feiern ist, werden die Kerzen gelöscht bis zum Offertorium, wenn sie zum Zelebranten zu bringen sind im weiter unten beschriebenen Ritus.
2. An welchem Tag sie nun aber auch gesegnet werden: der Sakristan bereitet vor der Terz einen Tisch auf der Presbyteriumsstufe vor, zur Rechten des Analogium, ein Gefäß mit Weihwasser (oder, falls es ein Sonntag ist, mit vom Zelebranten zu segnendem [Wasser]) mit Aspergill, Kerzenleuchter zum Abstellen der Kerzen der Altardiener, wenn diese beschäftigt sind, die zu segnenden Kerzen selbst auf dem Tisch, der mit einem sauberen Leinentuch bedeckt sein soll, das allseitig herabhängt, und an der Evangelienseite das Prozessionskreuz mit Tragstange.
3. Wenn die Terz gebetet wurde, wendet sich der Chor dem Altar zu, während der Zelebrant und die Altardiener in die Sakristei zurückgehen, und violette Paramente, die ihnen passen, anlegen, das heißt: der Obere die Stola und das Pluviale, der Diakon die Stola, die Akolythen Leuchter und der Thuriferar das Schiffchen mit dem Rauchfass; so gehen sie direkt in der gewohnten Ordnung zur Presbyteriumsstufe. Wenn sie dort ankomme, verneigen sie sich, und wenn der Abt die Orationen der Segnung singt, stellen die Akolythen die Leuchter auf der Vorderseite der Kredenz ab und kehren zum Segnenden zurück, dort stehen sie mit gefalteten Händen hinter dem Diakon zur Rechten und [hinter] dem Subdiakon zur Linken; der Thuriferar jedoch stehe gleichsam zwischen Diakon und dem ersten Akolythen, der das Rauchfass hält, welches er nach dem Inzens der Kerzen an einem geeigneten Ort abstellt.
4. Während am Schluss der Segnung der Zelebrant die Kerzen besprengt und beweihräuchert, [wobei] der Diakon hilft, der danach eine [Kerze] von ihnen anzündet[;], tritt der [nächst] Würdigere des Chores, sei es der Abt oder irgendein anderer, ohne Stola mit der Kukulle zur Rechten des Diakons und nimmt aus dessen Händen die entzündete Kerze entgegen [und] reicht sie dem Zelebranten dar, [wobei] er zugleich diese [Kerze] und die rechte Hand des Zelebranten küsst, [und] sich vor ihm vorher und nachher verneigt. Wenn es aber der Abt ist, verneigt er sich weder, noch beugt er die Knie, noch wird irgendetwas geküsst, sei es beim Geben, sei es beim Empfangen; oder besser noch verneigt sich der Zelebrant, wenn er nicht selbst der Vorsteher (praelatus) ist, nachdem er die Kerze empfangen hat, ein wenig vor dem darbringenden Abt; doch wird weder dessen Hand noch dessen Kerze geküsst. Zwischenzeitlich stimmt der Kantor die Antiphon und das Canticum an, wie in den Büchern [verzeichnet], immer bei ihrem Beginn wiedereinsetzend, den der Chor, einander zugewandt, weitersingt.
5. Bald übergibt der Zelebrant seine Kerze dem Thuriferar, damit er sie auf den Leuchter stelle, und er nimmt eine andere angezündete [Kerze] aus der Hand des Diakons entgegen und [sie] in der Mitte haltend [und] zum Konvent gewendet, gibt er sie dem [nächst] Würdigeren des Chores, von dem er die seine empfangen hat, der die Knie beugt und die Hand des Darreichenden und die Kerze am untersten Ende küsst. Mit einem ähnlichen Ritus teilt er die anderen Kerzen an den Diakon und die anderen Altardiener, und an die einzelnen Mönche des Chores, die Novizen, Konversen, Gäste und Familienmitglieder (= im Hausverband lebenden Helfer, die „familia“) aus, [die] jeweils zu zweien [kommen, und] im gleichen Abstand und gleichem Geh[tempo] hier und dort herantreten.
6. Wenn Prälaten anwesend sind, die nicht an die Stufe herantreten möchten, nämlich ein Kardinal oder Bischof, oder ein Abt eines anderen Ordens, empfängt der [nächst] Würdigere des Chore, der die Kerze dem Zelebranten dargebracht hat, andere entzündete Kerzen (nach seiner eigenen) aus dessen Hand, stehend [und] ohne Kuss, und überreicht sie jenen mit gebührender Hochachtung. Doch wenn jemand von jenen zur Stufe gehen möchte, empfange er die Kerze vor jedwedem Altardiener ohne Kuss oder irgendeiner Verneigung, wie oben [gesagt], aus der Hand des Zelebranten. Auch die Priester empfangen ihre [Kerzen] vor den Akolythen, die Akolythen aber vor den übrigen.
7. Solange der Zelebrant die Kerzen austeilt, steht der Subdiakon zu seiner Linken und der Diakon zur Rechten, [wobei er] die angezündeten [Kerzen] vom Akolythen entgegennimmt, der hinter ihm steht, und die einzelnen [Kerzen] dem Priester mit Küssen [weiter-]reicht, wie gesagt wurde. Wenn jedoch der Diakon und der Subdiakon ihre [Kerzen] empfangen, reicht der Thuriferar anstelle des Diakons die vom Akolythen angezündeten [Kerzen] dem Zelebranten: von ihm nimmt er auch nach den Priestern die Kerze vor den Akolythen entgegen, und deren Dienst übernimmt er bei den anzuzündenden Kerzen, die ihnen der Priester übergibt. Sodann stellen die Akolythen die empfangenen Kerzen sofort auf ihren Leuchtern ab; und gleicherweise stellen sie die Kerzen vom Diakon, wenn er dem Zelebranten dient, und von Subdiakon und Thuriferar vor Beginn der Prozession auf die vorbereiteten Leuchter.
8. Wenn die Kerzen ausgeteilt wurden stimmt der Kantor sofort die Antiphon Exurge [Erhebe dich] etc. an und der Chor singt sie weiter, wobei er sich zum Gloria Patri verneigt. Zwischenzeitlich wäscht sich der Zelebrant, an den Altar zurückgekehrt, mit den Altardienern die Hände, [wobei] vom Subdiakon das Wasser in eine Schüssel gegossen wird, die ein Akolyth hält, vom Diakon jedoch das Handtuch dargereicht wird. Nach der Wiederholung der Antiphon singt der Priester die Collecta Exaudi [Erhöre] stehend vor der Presbyteriumsstufe, der Chor stehe ebenfalls, zum Altar gewandt.
9. Der Diakon jedoch gehe zur Altarstufe, beuge die Knie, und nehme das Kreuz von der Epistelseite; die Akolythen nehmen gleichermaßen ihre Leuchter von der Kredenz, und steigen langsam zusammen mit ihm ohne irgendeine Verneigung von der Altarstufe hinab, um die Prozession zu halten, während der Zelebrant, nachdem die Collecta gebetet wurde, Weihrauch ins Rauchfass einlegt, wobei ihm vom Subdiakon das Schiffchen und vom Thuriferar das Rauchfass dargeboten wird. Nachdem das geschehen ist, nimmt der Subdiakon die Kerze des Zelebranten vom Leuchter, der dort auf der Stufe abgestellt ist, reicht sie ihm mit den entsprechenden Küssen, wenn nicht der assistierende Priester dabei ist, der dies alles tut; und sofort geht er, nachdem er Weihwasser und Aspergill genommen hat, mit dem Thuriferar dem Brauch entsprechend dem Kreuz voraus, beide ohne Kerzen.
10. Wenn der Kantor jedoch die Antiphon Ave gratia plena [Sei gegrüßt, Gnadenvolle] anstimmt, gehe der Konvent hinaus, hinter dem Kreuz her, und halte in den Händen die brennenden Kerzen, [und zwar] so, dass die rechts Seienden diese in der rechten Hand halten, das Processionale jedoch in der linken, und umgekehrt die links Seinenden in der linken [Hand] die Kerze und in der rechten das Processionale halten; sie halten die Prozession und stehen, wie in Buch I, Kap. 17 [gesagt]. Irgendeiner der Novizen jedoch oder der Konversen, die hinter dem Abt gehen, oder auch der Sakristan selbst, bringe die Kerzen der Diener im Heiligtum in die Sakristei, damit sie nach ihrem Zurückkommen mit ihnen zum Altar treten.
11. Wenn die Prozession gehalten wurde, gehen die Altardiener und der Zelebrant direkt in die Sakristei, wo sie die entsprechenden Paramente von weißer Farbe anziehen und mit Dalamatiken zum Altar gehen in der gewohnten Weise[.] Sie halten Kerzen in den gefalteten Händen, außer den Akolythen, die ihre [Kerzen] mit den Leuchtern tragen, und dem Thuriferar, dessen Kerze auf ihrem Leuchter bei der Kredenz bleibt.
12. Wenn sie an der Altarstufe angelangt sind, gebe der Zelebrant seine Kerze dem Diakon, er und der Subdiakon übergeben ihre [Kerzen] dem Thuriferar, damit er (der zwischenzeitlich das Rauchfass mit dem Schiffchen abgestellt hat) sie auf die Leuchter bei der Kredenz stellt. Dann beginnen sie, nach der Kniebeugung, die Messe und fahren in ihr fort, wie im Missale [angegeben]. Wenn die Brüder sodann in den Chor eingetreten sind, stellen sie zusammen die einzelnen Kerzen vor oder neben sich an einen geeigneten Ort, bis zum Evangelium.
13. Wenn der Zelebrant den das Evangelium verlesenden Diakon gesegnet hat, reicht der Subdiakon oder der Sakristan ihm eine Kerze mit Kuss, die er mit gefalteten Händen bis zum Ende des Evangeliums hält. Auch der Chor hält, während das Evangelium gelesen wird, mit einer Hand die Kerzen, wie bei der Prozession, [wobei] die andere auf der Brust liegt. Die Altardiener jedoch, die beim [Evangelien-] Text stehen, haben keine [Kerzen], ausgenommen die Akolythen. Nach dem Evangelium gibt der Zelebrant die Kerze an den Sakristan zurück, bevor der [Evangelien-] Text geküsst wird, und gleicherweise stellt der Konvent die seinen dahin zurück, wo sie vorher gestanden haben, [um sie] nach dem Offertorium wieder zu nehmen.
14. Nachdem nämlich der Abt die Gott zu weihende Opfergabe dargebracht hat, nach dem Gebet des Veni Sanctificator [Komm, Heiligmacher], [und] nach der Kniebeugung, wendet er sich den Altardienern zu und nimmt seine Kerze aus der Hand des Diakons entgegen. Die Altardiener nehmen alle ihre [Kerzen] und warten, bis der Abt zur Altarstufe hinabsteigt, während der Sakristan und sein Gehilfe etwas hinter ihnen zum Altar hin stehen. Der Sakristan nimmt vom an der Stufe stehenden Abt, gleichsam [auf ihn] zugehend, die Kerze aus seiner Hand mit Verneigungen vorher und nachher und den üblichen Küssen entgegen, verbleibt aber darauf zu seiner Rechten, und sein Gehilfe zur Rechten ebendieses Sakristans, um die ausgelöschten Kerzen entgegenzunehmen und wegzulegen, die der Sakristan aus der Hand des Zelebranten annimmt, unauffällig löscht und ihm übergibt.
15. Bald also, sowie der Zelebrant seine Kerze dem Sakristan übergeben hat, verneigt sich der Diakon vor dem Abt, küsst die Kerze, die er hält, bringt sie ihm dar, wobei er ihm die Hand küsst und sich wiederum verneigt, [und] dem Subdiakon und den anderen Altardienern Platz macht, die mit dem gleichen Ritus, einer nach dem anderen, ihre Kerzen opfern. Wenn Prälaten anwesend sein sollten, die hinzutreten möchten, kommen sie vor den Altardienern, [und] opfern die Kerzen ohne Kuss oder Verneigung.
16. Danach komme der Zelebrant zur Presbyteriumsstufe, und dort, in der Mitte zwischen den Heiligtumsdienern sitzend oder stehend (wie es ihm gefällt), nehme er die Kerzen der einzelnen Brüder entgegen, die zu zweien und zweien der Ordnung nach herantreten, [und] diese mit dem gleichen Ritus wie oben opfern. Der Diakon jedoch, zu seiner Rechten stehend, nimmt sie aus der Hand des Abtes entgegen, übergibt sie dem Sakristan, der sie auslöscht und weglegt, wobei ihm sein Gehilfe hilft. Darauf kehrt der Zelebrant, die Knie an der Altarstufe beugend, [an den Altar] zurück, inzensiert die Opfergabe und den Altar und setzt die Messe fort.

Samstag, 3. September 2011

Rituale cisterciense Deutsch - 3. Buch, 13. Kapitel: Von den "Sermo"-Festen [den Festen mit Predigt]

Rituale cisterciense (1892), Buch 3, Kapitel 13:

[1.] Am Vigiltag eines Sermo-Festes, zur Verkündigung des Festes am Beginn der Lesung des Martyrologiums, stehen alle, wie gesagt wurde, auf, wenn es ein [Fest] der Seligen [Jungfrau Maria] ist, verneigen sich und beten still Gegrüßet seist du, Maria, und an diesem Tag wird im Konvent gefastet. Nach der Lesung der Regel jedoch wird im Kapitelsaal ein „Sermo“ [eine Predigt] gehalten, wenn das Fest nicht verlegt wird. An verlegten Sermo-Festen nämlich wird nicht gepredigt; und die Konversen arbeiten , wenn die Gewohnheit der Diözese dem nicht entgegensteht.

2. Zu beiden Vespern, zu den Vigilien und zur feierlichen Messe werden drei Lampen angezündet. Zu den Vespern und zur Messe können, falls ein solcher Brauch und die Zahl der Mönche es zulassen, die Kantoren sich in Alben und Rauchmäntel kleiden, da sie die Antiphonen und Psalmen inmitten des Chores anstimmen, nach dem Ritus, der an entsprechender Stelle beschrieben wird.

3. Wenn das Fest von der Seligen [Jungfrau Maria] ist oder ein hohes Sermo-Fest gefeiert wird, werden die Antiphonen in beiden Vespern und zu den Laudes nach dem Benedictus, sowie die Hymnen dieser Horen und der Vigilien mit entblößtem Haupt und extra Stallum [außerhalb der Stalle stehend] gesungen.

4. Zur feierlichen Messe, die der Abt zelebriert, werden Reliquien ausgestellt, und es brennen vier oder auch sechs Kerzen. Die Akolythen und der Thuriferar dienen bei der Messe, in Alben gekleidet; und es wird inzensiert: der Altar nach dem Schuldbekenntnis, der [Evangelien-] Text zum Evangelium und wiederum der Altar nach der Darbringung [der Gaben].