1. Kapitel: Wie die Brüder sich zur Zeit der Lesung verhalten sollen
[1.] Zeit der Lesung wird bei uns jedweder Zeitraum genannt, in dem unsere Brüder sich nicht den kanonischen Horen, der Arbeit, der Mahlzeit oder dem regulären Schlaf widmen; allen voran aber im Winter nach dem Kapitel und der Mahlzeit; im Sommer nach den Laudes oder nach der Arbeit und der Mahlzeit; zu jeder Zeit aber nach dem ersten Zeichen einer Hore, und an den einzelnen Sonntagen und an Festen mit zwei Messen den ganzen Tag. Und dann können sie in die Kirche zum [stillen] Gebet gehen, oder in ihren Zellen sitzen, oder im Kreuzgang und im Kapitelsaal, wie es eben der Obere verfügen möchte [–] einzeln lesen sie in Kukullen in [ihren] jeweiligen Büchern und sie verhalten sich, wie es die Frömmigkeit gebietet; [sie können es tun] in ihren Nachtschuhen, wenn sie es wünschen.
2. Der Lesende bereite die Seele durch eine kurze Erhebung des Geistes zu Gott und durch eine reine Gesinnung des Herzens: Dadurch macht er sich bereit, die Gnade zu erlangen und das, was zu tun ist, zu erkennen und das Erkannte auszuführen zum Heil und zum Fortkommen der Seele. Und daher hüte er sich auch vor allem, dass er nicht durch die Neugier geführt oder durch Überdruss an die Lesung geht; noch schnell oder eilig, oder gar aufs Geratewohl lese: Vielmehr lese er das Buch, dass ihm aus der Bibliothek vom Oberen zugewiesen wurde, der Reihe nach, langsam, ernst, aufmerksam und ausdauernd, als würden ihm die Buchstaben vom Himmel geschickt; die Liebe werde ihm im aufmerksamen Lesen oft verdichtet, und er unterbreche die Lesung durch das Gebet, das ihn unaufhörlich mit reinerem Geist zum Verständnis der Lesung zurückführt.
3. „Dann, wie der Heilige sagt, wenn du mit Nutzen trinken willst, lies einfach, demütig und mit Treue, in demselben Geist, in dem die Schrift entstanden ist, fromme und einfache Bücher. Niemals nämlich wirst du den Sinn des Paulus oder Davids verstehen, bis du durch den Gebrauch der guten Intention in seine Lesung und durch den Eifer der unermüdlichen Betrachtung seinen Geist aufgenommen und dir die Zuneigung verinnerlicht hast.“
4. Wenn einer irgendwohin weggehen muss, [und] wenn er das Buch an seinem Platz im Kreuzgang zurücklassen möchte, gebe er dem neben ihm Sitzenden ein Zeichen, damit er darauf aufpasst. Doch niemand gebe durch die Kapuze ein Zeichen, noch rufe einer einen anderen von weitem, weder durch die Stimme noch durch ein Geräusch. Auch stören sie sich nicht gegenseitig, indem sie Fragen stellen. Doch wenn jemand von einem anderen das Buch, in dem er liest, für einen kurzen Zeitraum an sich nehmen möchte, so überlasse es der andere ihm in Frieden.
5. Die in den Antiphonarien, Hymnarien oder Gradualien den Gesang weiter erlernen oder ihre Lesungen vorbereiten, tun dies außerhalb der Kirche, und der Kantor oder ein dafür geeigneter und dazu bestimmter Bruder hört ihnen zu, damit er sie über die Grundlagen der Lesungen bei den Vigiien, bei Tisch und zur Kollatslesung, über die zu beachtenden und aufzugreifenden Akzente, über den Vortrag, über den sie nichts wissen, sehr kurz und mit den rechten Worten [silenter] und nur, wenn es nötig sein sollte, belehrt.
[1.] Das Haar wird geschnitten am Vigiltag der Geburt des Herrn oder an dessen Vortag, am Vigiltag von [Mariae] Reinigung, am Samstag vor dem ersten Sonntag im März, am Mittwoch der Großen [oder Kar-] Woche, am Samstag vor dem vierten Sonntag nach Ostern, am Vigiltag von Pfingsten, am Vigiltag des hl. Johannes des Täufers, unseres hl. Vaters Stephan, der Aufnahme [Mariens] und der Geburt der Seligen Maria, des hl. Dionysius und von Allerheiligen, sowie am Samstag vor dem ersten Adventsonntag.
2. Am entsprechenden Tag bringen die Wochendiener der Küche, nachdem man mit der Tabula zur Arbeit gerufen hat, warmes Wasser in den Kreuzgang[arm] des Refektoriums oder in den Wärmeraum; der Vestiarmönch oder ein anderer für Derartiges Zuständiger bringt Kämme, Zangen, Rasiermesser und [Schärf-]Steine dorthin und bereitet sie vor, zusammen mit Leinentüchern und den nötigen Gefäßen, und die Brüder rasieren sich gegenseitig auf Weisung des Oberen hin.
Generalabt Gabriel Sortais mit der "Corona"
3. Die Rasur der Corona falle nicht klein aus, wenn ein Haarkranz oberhalb der Ohren stehengelassen wird, der [aber] nicht die Breite des kleinen Fingers übersteigt. Die übrigen Haare unterhalb und oberhalb werden alle abgeschnitten. Der Bart jedoch wird einfach mit dem Rasiermesser gleichmäßig und überall rasiert, so dass keine vorstehenden Barthaare auf der Oberlippe oder Unterlippe [zurück-]bleiben.
"Cortina" (Fastentuch) in der ehem. Abteikirche Marienfeld (Westf.), ca. 18. Jahrh., Photo: Daniel Brockpähler, Wikipedia
Rituale cisterciense (1892), Buch 3:
18. Kapitel: Von der Zeit der Quadragesima
[1.] Am Aschermittwoch wird keines Heiligen gedacht, wessen Festtag auch immer sei, noch wird irgendeine Votivmesse gesungen. An anderen Festtagen außerhalb der Karwoche werden, wenn ein Fest mit zwölf Lektionen gefeiert wird, zwei Messen im Konvent gesungen; die erste vom Festtag nach der Terz ohne Kommemoration oder Evangelium des Wochentags am Ende; die andere vom Wochentag nach der Non, mit vorheriger Antiphon Sub tuum [Unter deinem Schutz], mit der üblichen Prostration an den Formen, wo gesungen wird. In einer kleineren Gemeinschaft hört der Konvent diese zur Gänze mit gebeugten Knien im Chor.
2. Zum Vers Adjuva nos [Hilf uns] während des Traktusgesangs der Quadragesima beugen wir die Knie vor den Formen, und gleicherweise zur Oration über das Volk bis zum letzten Der Herr sei mit euch, [dieser Gruß] ausgenommen, zu dem wir aufstehen und dem Brauch nach zum Altar gewandt stehen.
3. An einem jeden Freitag, wenn nicht durch ein Fest mit 12 Lektionen behindert [und] ausgenommen der Karfreitag, beginnt der Kantor nach dem Psalm De profundis [Aus den Tiefen], der Oration und dem Vers Requiescant [Sie mögen ruhen] die sieben Bußpsalmen: Und mit dem den Wochendienst ausübenden Diakon, der das enthüllt Prozessionskreuz genommen hat [und] ohne Kerzen[-begleitung] im Mönchskleid [Kukulle] voranschreitet, umkreist der Schuhe tragende Konvent in Prozession den Kreuzgang [und] geht langsamen Schrittes in die Kirche, so dass [alle] beim Eingang des Chores die Psalmen, welche sie abwechselnd und auf einem Ton [„in directum“] ohne Ehre sei dem Vater singen, abschließen. Sie fügen am Schluß des letzten [Psalms] den vorgenannten Vers Ehre sei ohne Verneigung an.
4. So in den Chor eingetreten, singen sie die Antiphon Ne reminiscaris [Denke nicht an] [und] nachdem die Cortina [das Fasten- oder Hungertuch, der Fastenvorhang] weggezogen wurde, prosternieren die Priester an der Presbyteriumsstufe, so dass sich die älteren in der Mitte befinden, und beide Chöre einander zugewandt an der Seite, mit dem Arm den Kopf abstützend. Die Juniores prosternieren gleicherweise hier und dort im Novizenchor, doch nicht in derselben Linie; die Kranken [prosternieren] im Hinteren Chor, die Novizen außerhalb des Chores und die Konversen (so sie anwesend sein sollten) in ihrem Chor, das ist im Schiff der Kirche.
5. Der Obere hingegen, in der Mitte der Altarstufe und er selbst auf Knien, beginnt die Litanei, wie im Kollektar [angegeben], und der Chor wiederholt das, was er singt, bis zum Vers Pater de coelis Deus [Gott Vater im Himmel]. Dann nämlich und zu den folgenden Versen antwortet [der Chor] nur Miserere nobis [Erbarme dich unser] oder Ora pro nobis [Bitte für uns]. Nachdem die Orationen vom knienden Oberen gesungen wurden, stehen alle auf, verneigen sich vor dem Altar und entfernen sich.
6. Am Samstag vor dem ersten Sonntag [der Quadragesima] und darauffolgend (die Sonntage ausgenommen) wird die Vesper am Ende der Messe vom Fasten gesungen, vor der Mahlzeit. Der [Fasten-]Vorhang [Cortina] wird vor dem Presbyterium aufgehängt und die Kreuze und Bildnisse werden nach der Komplet ebendieses [ersten] Sonntags verhüllt.
7. Der [Fasten-]Vorhang wird jedoch nicht an Festtagen mit 12 Lektionen und an Sonntagen ausgebreitet, [das heißt: nicht] von der ersten Vesper bis zum Ende der Komplet des Festtages oder Sonntags, sowie nicht zur Messe des Wochentags, die gesungen wird nach der Non an Festtagen. An Wochentagen wird er sodann weggezogen zur Elevation des Sakraments während der Messe, zur Litanei nach der Prozession am Freitag, zur Segnung eines Novizen, zur feierlichen Messe oder zu Exequien, wenn ein Verstorbener anwesend ist, bis die sieben Bußpsalmen nach dem Begräbnis beendet sind, wenn ein Bischof der Konventmesse beiwohnt und bei ähnlichen [Gelegenheiten].
8. Gleicherweise wird das Kreuz enthüllt, wenn es in Prozession mitgetragen oder zum Kommunionempfang oder zur Salbung eines Kranken, zum Begräbnis der Verstorbenen etc. [vorangetragen] wird, bis es wieder an seinem Ort aufgestellt wird.
9. An allen Tagen, an denen die Vesper vor der Mahlzeit gesungen wird, zur fünften nachmittäglichen Stunde, kommt ein jeder der Brüder, wenn der Sakristan zum Biberes [Trunk] das Zeichen in der Kirche gegeben hat, in den Chor. [Er] bringt dem Herrn ein schlichtes, privates Gebet mit gebeugten Knien vor seiner Stalle zum Altar gewandt dar, indem er still die Suffragien [Bittgebete] der Quadragesima Tribularer etc. spricht.
10. An jenem ersten Sonntag [der Quadragesima], während die Matutinalmesse gesungen wird, trägt der Kantor, dem die vom Prior zugewiesenen Brüder helfen, die vom Oberen am vorhergehenden Samstag ausgewählten Bücher in den Kapitelsaal und ordnet sie auf einem Tisch, der mit einer Decke oder einem Tuch ehrenvoll und geziemend bedeckt ist, so vor dem Sitz des Abtes an, dass die einzelnen [Bücher] auf der Seite des jeweiligen Chores liegen, an den sie ausgeteilt werden sollen, [zusammen] mit den Namen der Brüder, denen sie zugedacht sind.
11. Nachdem alle also im Kapitelsaal nach der Messe versammelt sind, auch die Kranken, die dasein können, und wenn die gewöhnlichen Gebete gesprochen wurden, wird aus der Regel De Quadragesimae observatione [Die Beobachtung der vierzigtägigen Fastenzeit] etc. gelesen, wie im 1. Buch, Kapitel 22 [beschrieben, und] nachdem dies nach der Kommemoration der Verstorbenen ausgelegt wurde, geht der Kantor auf Weisung des Abtes mit seinem Helfer zum Tisch, verneigt sich zuerst vor dem Oberen selbst und nimmt das bezeichnete Buch entblößten Hauptes mit beiden Händen vom Tisch [und] übergibt es ihm ehrfürchtig, indem er sich vorher und nachher verneigt. Der Sukzentor verhält sich ebenso und gibt das Buch dem Prior; und danach verteilen sie hier und dort die Bücher nach demselben Ritus. Die Einzelnen jedoch, die die Bücher, ebenfalls mit beiden Händen, in Empfang nehmen, verneigen sich aus Freude über die göttlichen Schriften tief und frohgemut.
12. In den Messen während der Zeit der ganzen Quadragesima gebrauchen die Altardiener keine Dalmatiken, außer am vierten Sonntag. Am Passionssonntag [5. Sonntag in der Fastenzeit] zum Introitus warten die Diener nicht, wie üblich, die Zeit ab, um in den Chor einzutreten, sondern, sobald sie hören, dass der Vers des Psalms nach dem Introitus angestimmt wird, treten sie sofort ein und gehen zum Altar, nachdem sie sich vor der Presbyteriumsstufe wie gewohnt verneigt haben. Und auch während des letzten Responsoriums einer jeden Nokturn stehen alle auf, da nach der Wiederholung kein Ehre sei dem Vater gesungen wird, bis zum Osterfest, wenn der Kantor es von Neuem aufnimmt, und bleiben stehen, wie während des feierlichen Totenoffiziums.
[1.] Die Hostien werden aus nichts als reinem Weizen hergestellt, nach dem Ritus, der weiter unten anzuführen ist: Und die heilige Eucharistie soll unter sicherem Verschluss ehrerbietig aufbewahrt werden in einer silbernen Pyxis, die innen vergoldet ist, soweit das geschehen kann.
2. Dieses Gefäß oder Ciborium wird als ganzes mit einem kostbaren weißen Velum bedeckt; und innen sei ein sehr reines Leinentuch (Corporale), in das einige konsekrierte Hostien gelegt werden, die man jeden Sonntag zur ersten oder zweiten Konventmesse erneuert. Dieses Leinentuch soll jedes Jahr am Gründonnerstag gewechselt werden. Nichtsdestotrotz wird der Fuß dieser Pyxis auf ein anderes Corporale im Tabernakel abstellt, sei er aufgehängt oder feststehend.
3. Das Krankenöl wird geziemend aufbewahrt in einem gesonderten Schrank und in der Nähe des Hochaltars in einem silbernen Gefäß, zusammen mit den Wergstücken und dem anderen Zubehör zur Letzen Ölung. Und in jedem Jahr in der Osterzeit wird es erneuert, wobei das alte über der Piscina oder dem Sacrarium verbrannt wird, in das die heilige Asche geschüttet wird.
4. Auch die Reliquien der Heiligen werden ihrer ihnen geschuldeten Verehrung und Ehrerbietung nicht entblößt, sondern in sicheren und angemessen geschmückten Schränken verwahrt, von wo sie nur dann weggetragen werden sollen, wenn sie zur feierlichen Messe am ersten Adventssonntag und an Feiertagen mit Predigt [Sermo-Festen] und wenn Professfeiern stattfinden nach dem folgenden Ritus auf den Hochaltar übertragen werden.
5. Ein Priester, mit der Stola über der Kukulle, geht, nachdem vorher zwei Kerzen entzündet wurden, zum Schrank, in dem die Reliquien aufbewahrt werden, und nimmt sie, nachdem er den Schrank geöffnet und sich entblößten Hauptes tief verneigt hat, ehrfürchtig, indem er sie mit beiden Händen trägt, angefangen bei den vornehmeren. Diejenigen, die die Kerzen tragen, gehen ihm dann voran und er begibt sich zum Altar, [wobei] er mit ihnen abwechselnd Psalm 150 rezitiert: Laudate Dominum in Sanctis eius [Lobt den Herrn in seinen Heiligen] und ähnliche. Nachdem er am Altar angekommen ist, beugt er nicht die Knie, sondern verneigt sich nur an der Stufe; darauf aber steigt er hinauf und ordnet sie [die Reliquien] so an, dass die ehrwürdigeren immer näher beim Kreuz stehen und niedriger als dieses. Niemals nämlich sollen sie höher sein als das Allerheiligste Sakrament oder das Kreuz. Solange jedoch die Reliquien dort stehen, sollen zwei Kerzen auf dem Altar brennen.
6. In gleicher Weise und gleicher Ordnung sollen sie nach der Messe vom Priester wieder in ihren Schrank zurückgetragen werden. Von der Aussetzung des Allerheiligsten Sakraments wird weiter unten gesprochen, im 3. Buch, wo sein Fest [Fronleichnam] behandelt wird.
Rituale cisterciense (1892), Buch 1, Kapitel 17 (7-12):
7. Nachdem sie sich bereitet haben, gehen sie aus der Sakristei hinaus und stellen sich vor dem Altar auf, der der erste Halt beim Presbyterium ist; sie wenden sich dem Eingang des Chores zu, und zwar so, dass der Thuriferar an erster [Stelle] steht, der Subdiakon an zweiter, der Diakon als letzter zwischen zwei Akolythen, die ihm etwas vorausgehen mit den Kerzen.
8. Zwischenzeitlich zieht der Zelebrant, nachdem der Vers Die göttliche Hilfe gesungen wurde, das Pluviale an, nach der Terz oder einer anderen [Hore], wobei ihm der Hebdomadar der vorherigen [Woche] oder ein anderer Altardiener hilft. Und während er vom Altar die Reliquien empfängt, die in den Händen getragen werden: [,] geht der Thuriferar zum Abt oder, wenn er abwesend ist, zum Zelebranten, der mit dem Pluviale bekleidet ist und an der Altarstufe steht, damit dieser, bevor er die Reliquien empfängt, Weihrauch einlegt und segnet nach dem Ritus, der weiter unten beschrieben wird.
9. Nachdem sie sich so aufgestellt haben, oder auch schon eher, und nachdem der Kantor die Antiphon oder das Responsorium angestimmt hat, gehe der Thuriferar hinaus, [wobei] er in der linken Hand das geschlossene Schiffchen hält und mit der rechten das Rauchfass leicht hin und her schwenkt. Der Subdiakon, mit dem Weihwasser in seiner Linken, besprengt mit der Rechten den Weg. Und der Diakon [geht] mit dem Kreuz, das er mit beiden Händen erhoben trägt ([wobei] das Bild Christi immer zum Konvent zeigt), zwischen den Akolythen, die ihm mit den Leuchtern ein wenig vorangehen sollen zu seiner Rechten und Linken: Es folgt der Konvent, [wobei] die jüngeren Mönche vorangehen, in der Weise, dass der Zelebrant und der Abt hinter dem Zelebranten alleine hinterher geht. Und nach ihm [folgen] die Novizen, nach den Novizen die Laienbrüder oder Konversen, zwei zu zwei; danach [folgen] die Gäste und die ‚Familia’ [die Mitarbeiter etc.].
10. Wenn ein einziges Responsorium [vorgesehen ist], wird es gedehnt gesungen, damit es ausreichend ist mit der folgenden Antiphon, bis alle [wieder] in den Chor eingetreten sind; dann wird der Introitus der Messe begonnen. Und, wenn es nötig sein sollte, fügt der Kantor den Vers Ehre sei dem Vater hinzu mit der üblichen Wiederholung vor der Antiphon, die beim Einzug in die Kirche angestimmt wird.
11. Wenn Stationen gehalten werden, sei die erste in dem Abschnitt des Kreuzgangs, der nahe beim Dormitorium ist; und zwar so, dass diejenigen, die in der Mitte des Zuges sind, vor dem Kapitelsaal stehen: Dann wenden sich der Diakon, die Akolythen, der Subdiakon vor dem Diakon und der Thuriferar vor dem Subdiakon um und stehen mit dem Gesicht und dem Bild des Gekreuzigten zum Konvent gewendet, der hier und dort ebenfalls einander zugewendet steht: Ausgenommen der Abt oder der Zelebrant, die ihr Gesicht zum Kreuz gewendet halten und [so] stehen.
12. Nachdem die erste Station beendet wurde, wie in den Processionalia vorgesehen, und nachdem der folgende Vers oder das Responsorium begonnen wurde, machen sich die Brüder wieder auf den Weg, wie vorher gesagt, und in gleicher Weise wird die zweite Station beim Refektorium gehalten: Darauf geht man weiter zur dritten im ‚Lesegang’ (Kollationsgang) bei der Kirche: Wenn der Abt oder (in seiner Abwesenheit) der Kantor jedoch die Antiphon angestimmt hat, treten alle singend in die Kirche ein; und nachdem die Antiphon gesungen wurde, wird die Messe vom Kantor angestimmt, während die Altardiener und der Zelebrant geradewegs in die Sakristei gehen und sich vorbereiten, um zum Altar zu gehen, auch [dann], wenn die Tabula für einen Verstorbenen geschlagen wird.
[1.] Überall werde sonntags vom Osterfest bis zum Fest der Erhöhung des Heiligen Kreuzes ausgenommen eine Prozession ohne Stationen im Kreuzgang gehalten: Ausgenommen sind die Sonntage von Pfingsten, Dreifaltigkeit, innerhalb der Oktav von Fronleichnam und diejenigen, auf die ein Sermo-Fest fällt, es sei denn, es wäre ein Fest der Seligen Maria.
2. Denn an Festen der Seligen Maria, an Christi Himmelfahrt, am Feiertag des Allerheiligsten Sakraments und am Oktavtag [dieses Festes und] am Palmsonntag wird ebenfalls eine Prozession durch den Kreuzgang gehalten: Doch [diese wird gehalten] mit Stationen, wie in den Prozessionalen angegeben. An anderen Tagen jedoch werde keine Prozession gehalten, wenn es nicht vom Generalkapitel zugestanden wurde; ausgenommen sind die Freitage der Quadragesima, das Fest des hl. Markus, die Bitttage und Allerseelen, oder wenn ein Prälat oder König in Prozession empfangen werden muss.
3. Außerhalb des Kreuzgangs halten wir niemals die Prozession, auch nicht am Tag des hl. Markus oder an den drei Bitttagen. Ausgenommen sind nur der Tag der Verstorbenen [Allerseelen], der Empfang eines Prälaten oder eines höchsten Fürsten und die Beisetzung eines Verstorbenen: an diesen Tagen halten wir die Prozession, wie es an ihren jeweiligen Stellen gesagt wird.
4. Wenn also irgendeine Prozession gehalten werden soll, sehe der Prior zu, dass sich nichts Unpassendes im Kreuzgang befindet; und vor allen Prozessionen werden die Glocken geläutet zum Ende des letzten Psalms bis zum Kapitel der vorausgehenden Hore.
5. Bei jeder feierlichen Prozession (das ist eine solche mit Stationen oder Litaneien) sollen fünf Altardiener anwesen sein: Auch in der darauf folgenden Messe ist es wünschenswert, dass ein Diakon [seinen Dienst ausübt]. Das heißt also, dass ein Diakon, ein Subdiakon, zwei Akolythen und ein Thuriferar [anwesend sein sollen].
6. So kleiden sich, während die Glocken geläutet werden, die Altardiener im „Vestiarium“ oder der Sakristei, ihrem Weiherang entsprechend, an, wohin sie sich begeben haben. Das heißt: der Thuriferar [ist bekleidet mit] Schultertuch, Albe und Zingulum, [und er trägt] das Weihrauchfass und das Schiffchen; die Akolythen [sind] gleichermaßen [bekleidet und tragen] Leuchter mit brennenden Kerzen; der Subdiakon (soweit nicht anders angegeben) [trägt] die Tunicella, das Weihwasser und den Weihwasserwedel, der Diakon jedoch die Stola, die Dalmatik (ausgenommen die Tage, die an ihren Stellen angegeben sind) und das Kreuz mit der Tragestange.
7. Nachdem sie sich
bereitet haben, gehen sie aus der Sakristei hinaus und stellen sich vor
dem Altar auf, der der erste Halt beim Presbyterium ist; sie wenden sich
dem Eingang des Chores zu, und zwar so, dass der Thuriferar an erster
[Stelle] steht, der Subdiakon an zweiter, der Diakon als letzter
zwischen zwei Akolythen, die ihm etwas vorausgehen mit den Kerzen.
8. Zwischenzeitlich zieht der Zelebrant, nachdem der Vers Die göttliche Hilfe
gesungen wurde, das Pluviale an, nach der Terz oder einer anderen
[Hore], wobei ihm der Hebdomadar der vorherigen [Woche] oder ein anderer
Altardiener hilft. Und während er vom Altar die Reliquien empfängt, die
in den Händen getragen werden: [,] geht der Thuriferar zum Abt oder,
wenn er abwesend ist, zum Zelebranten, der mit dem Pluviale bekleidet
ist und an der Altarstufe steht, damit dieser, bevor er die Reliquien
empfängt, Weihrauch einlegt und segnet nach dem Ritus, der weiter unten
beschrieben wird.
9.
Nachdem sie sich so aufgestellt haben, oder auch schon eher, und
nachdem der Kantor die Antiphon oder das Responsorium angestimmt hat,
gehe der Thuriferar hinaus, [wobei] er in der linken Hand das
geschlossene Schiffchen hält und mit der rechten das Rauchfass leicht
hin und her schwenkt. Der Subdiakon, mit dem Weihwasser in seiner
Linken, besprengt mit der Rechten den Weg. Und der Diakon [geht] mit dem
Kreuz, das er mit beiden Händen erhoben trägt ([wobei] das Bild Christi
immer zum Konvent zeigt), zwischen den Akolythen, die ihm mit den
Leuchtern ein wenig vorangehen sollen zu seiner Rechten und Linken: Es
folgt der Konvent, [wobei] die jüngeren Mönche vorangehen, in der Weise,
dass der Zelebrant und der Abt hinter dem Zelebranten alleine hinterher
geht. Und nach ihm [folgen] die Novizen, nach den Novizen die
Laienbrüder oder Konversen, zwei zu zwei; danach [folgen] die Gäste und
die ‚Familia’ [die Mitarbeiter etc.].
10.
Wenn ein einziges Responsorium [vorgesehen ist], wird es gedehnt
gesungen, damit es ausreichend ist mit der folgenden Antiphon, bis alle
[wieder] in den Chor eingetreten sind; dann wird der Introitus der Messe
begonnen. Und, wenn es nötig sein sollte, fügt der Kantor den Vers Ehre sei dem Vater hinzu mit der üblichen Wiederholung vor der Antiphon, die beim Einzug in die Kirche angestimmt wird.
11.
Wenn Stationen gehalten werden, sei die erste in dem Abschnitt des
Kreuzgangs, der nahe beim Dormitorium ist; und zwar so, dass diejenigen,
die in der Mitte des Zuges sind, vor dem Kapitelsaal stehen: Dann
wenden sich der Diakon, die Akolythen, der Subdiakon vor dem Diakon und
der Thuriferar vor dem Subdiakon um und stehen mit dem Gesicht und dem
Bild des Gekreuzigten zum Konvent gewendet, der hier und dort ebenfalls
einander zugewendet steht: Ausgenommen der Abt oder der Zelebrant, die
ihr Gesicht zum Kreuz gewendet halten und [so] stehen.
12.
Nachdem die erste Station beendet wurde, wie in den Processionalia
vorgesehen, und nachdem der folgende Vers oder das Responsorium begonnen
wurde, machen sich die Brüder wieder auf den Weg, wie vorher gesagt,
und in gleicher Weise wird die zweite Station beim Refektorium gehalten:
Darauf geht man weiter zur dritten im ‚Lesegang’ (Kollationsgang) bei
der Kirche: Wenn der Abt oder (in seiner Abwesenheit) der Kantor jedoch
die Antiphon angestimmt hat, treten alle singend in die Kirche ein; und
nachdem die Antiphon gesungen wurde, wird die Messe vom Kantor
angestimmt, während die Altardiener und der Zelebrant geradewegs in die
Sakristei gehen und sich vorbereiten, um zum Altar zu gehen, auch
[dann], wenn die Tabula für einen Verstorbenen geschlagen wird.
13. Am Tag des hl. Markus
und an den Bitttagen und bei ähnlichen Prozessionen (wenn solche
gehalten werden) beginnt der Kantor vor dieser Prozession, während sich
der Zelebrant und die Altardiener in die [der Feier] entsprechenden
Gewänder kleiden, die Antiphon Exurge [Erhebe dich], wie im Graduale [angegeben], und der Chor fährt, einander zugewandt stehend, fort; nachdem diese nach dem Psalm Deus auribus [Ps. 43(44) Gott, wir hörten es] und Ehre sei dem Vater wiederholt
wurde, kniet sich der Zelebrant, der zwischenzeitlich in ein violettes
Pluviale gekleidet an die Altarstufe getreten ist, hin und alle im Chor
beugen die Knie zum Altar hin: Einzig der Diakon mit dem Kreuz steht an
der Presbyteriumsstufe in der Mitte und die Akolythen stehen bei ihm.
14.
Bald darauf beginnen zwei Brüder, die vom Kantor vorher unterrichtet
wurden und [sich] ebenfalls kniend in der Mitte des Chores hinter dem
Diakon [befinden], die Litanei, die der Chor wiederholt bis zum Vers Pater de coelis Deus [Gott Vater im Himmel] und die folgenden [Anrufungen]: Zu denen antwortet der Chor nur Miserere nobis [Erbarme dich unser] oder Ora pro nobis [Bitte für uns]. Wenn sie allerdings zu Sancta Maria [Heilige Maria] kommen, erheben sich alle und gehen in Prozession wie üblich nur durch den Kreuzgang.
15.
Bei der Rückkehr einer solchen Prozession knien sich der Zelebrant und
der Konvent und der Diakon mit Kreuz und Akolythen steht wie beim
Auszug. Der Zelebrant jedoch, nachdem er kniend die im Processionale
angegebenen Versikel gesungen hat, steht zum Dominus vobiscum
[der Herr sei mit euch] und den nachfolgenden Collectae auf. Nachdem
diese gesungen wurden, beginnt der Introitus, die Antiphon Sub tuum
[Unter deinen Schutz] wird [hingegen vorher] ausgelassen. Und der
Priester, der mit den Altardienern in die Sakristei zurückgekehrt war,
kommt dann nachher zurück, wie es üblich ist, mit dem Messgewand
[bekleidet] und indem der Diakon ihm vorausgeht, um die Messe zu feiern.
[1.] Am Vigiltag eines Sermo-Festes, zur Verkündigung des Festes am Beginn der Lesung des Martyrologiums, stehen alle, wie gesagt wurde, auf, wenn es ein [Fest] der Seligen [Jungfrau Maria] ist, verneigen sich und beten still Gegrüßet seist du, Maria, und an diesem Tag wird im Konvent gefastet. Nach der Lesung der Regel jedoch wird im Kapitelsaal ein „Sermo“ [eine Predigt] gehalten, wenn das Fest nicht verlegt wird. An verlegten Sermo-Festen nämlich wird nicht gepredigt; und die Konversen arbeiten , wenn die Gewohnheit der Diözese dem nicht entgegensteht.
2. Zu beiden Vespern, zu den Vigilien und zur feierlichen Messe werden drei Lampen angezündet. Zu den Vespern und zur Messe können, falls ein solcher Brauch und die Zahl der Mönche es zulassen, die Kantoren sich in Alben und Rauchmäntel kleiden, da sie die Antiphonen und Psalmen inmitten des Chores anstimmen, nach dem Ritus, der an entsprechender Stelle beschrieben wird.
3. Wenn das Fest von der Seligen [Jungfrau Maria] ist oder ein hohes Sermo-Festgefeiert wird, werden die Antiphonen in beiden Vespern und zu den Laudes nach dem Benedictus, sowie die Hymnen dieser Horen und der Vigilien mit entblößtem Haupt und extra Stallum [außerhalb der Stalle stehend] gesungen.
4. Zur feierlichen Messe, die der Abt zelebriert, werden Reliquien ausgestellt, und es brennen vier oder auch sechs Kerzen. Die Akolythen und der Thuriferar dienen bei der Messe, in Alben gekleidet; und es wird inzensiert: der Altar nach dem Schuldbekenntnis, der [Evangelien-] Text zum Evangelium und wiederum der Altar nach der Darbringung [der Gaben].
[1.] Die Terz wird gewöhnlich, die Quadragesima und der Vigiltag von Pfingsten ausgenommen, stehend im oberen Teil des Chores gesungen, [und zwar] vor dem Hochamt, wobei die Altardiener bekleidet sind und im Presbyterium stehen. Die Brüder halten die Ordnung so ein wie zur Messe, so dass die Älteren dem Altar näher sind. An den Wochentagen der Quadragesima und am Vigiltag von Pfingsten wird [die Terz] im unteren Teil des Chores gesungen, wie die übrigen Horen auch. Zu welcher Zeit auch immer gesungen wird, so wird es durch ein doppeltes Zeichen angekündigt, wenn nicht ein anderes Offizium unmittelbar vorausgeht. Die Psalmen werden stehend gesungen. Der bekleidete Priester (da das Hochamt [ja direkt ] anschließt) singt aus dem Presbyterium das Kapitel und die Collecta, niedergeworfen oder sich haltend wie im Chor. Das Übrige wird gehalten wie zur Prim.
2. Die Sext wird nach der gleichen Art gesungen, immer im unteren Chor, nach der Messe; oder aber, wenn die Messe verlegt wird, nach der Terz: Mit dem Unterschied, dass der Priester sich nicht mit den heiligen Gewändern bekleidet. Der Hymnus wird vom Subinvitator angestimmt und das Kyrie eleyson vom ganzen Konvent.
3. Die Non wird auch mit einem doppelten Zeichen angezeigt und wie die Sext im unteren Chor stehend gesungen. An den Werktagen der Quadragesima (nicht an Festtagen), wenn das Hochamt unmittelbar vorausgeht, wird sie jedoch im oberen Teil gefeiert, wobei die Altardiener bekleidet sind und im Presbyterium stehen, wie zur Terz.
4. Die Vesper wird im unteren Teil des Chores gesungen, der Karsamstag ausgenommen. Die erste Antiphon stimmt gewöhnlich der Hebdomadar des Invitatoriums [der Invitator] an. Die zweite, wer vor [= an oberster Stelle] allen im anderen Chor steht, die Äbte ausgenommen. Die dritte der Subinvitator. Die vierte, wer der zweite im anderen Chor nach den Äbten ist. Wir stehen zum ersten und zum dritten Psalm, und wir sitzen zum zweiten und zum vierten. Das Übrige geschehe wie zu den Laudes, oben in Kapitel 3 und 5, es sei denn, in der Vesper wird ein großes Responsorium gesungen. Dann nämlich wenden wir uns einander zu, sobald der Vorsänger es zu singen beginnt; und wir stehen nur zum Altar gewendet, wenn sein Vers [gesungen wird].
[1.] Das kleine Offizium der seligen Maria wird täglich stehend und auf einem Ton gesungen [in directum] im Chor rezitiert, wie am Ende das Breviers angegeben, ausgenommen während des Triduums vor dem Osterfest. [Es geschehe] so, dass die einzelnen Horen den kanonischen Horen vorangehen, ausgenommen die Komplet, an die sich die Komplet der Seligen [Jungfrau Maria] anschließt, [während] sie der Antiphon Salve Regina vorausgeht. Immer jedoch wird es (ausgenommen die Laudes) vom Oberen des Chores begonnen, von dem auch alle diese Horen durch den Vers Sanfter Name [Dulce nomen] beendet werden.
2. Nachdem die Glocke also auf das Zeichen des Oberen hin verstummt ist und alle einander zugewandt über die Fingerknöchel [die Artikel des Finger] niedergefallen sind, beginnt dieser Obere mit Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Und der Chor antwortet, indem er sich aufrichtet: Gebenedeit bist du unter den Frauen etc. Darauf schließt [der Obere] an, während alle noch außerhalb der Stalle stehen: Herr, öffne meine Lippen oder O Gott, komm mir zu Hilfe. Die Übrigen aber fahren fort: Damit mein Mund etc. und Herr, eile mir zu helfen. Dann singen sie, indem sie sich über die Knie verbeugen, Ehre sei dem Vater und zum Wie es war im Anfang stehen sie aufgerichtet einander zugewandt in den Stallen.
3. Wenn sie jedoch, wenn dieses Offizium begonnen wird, schon über die Formen niedergeworfen sind, wie es an festfreien Tagen der Fall ist, das heißt an Werktagen im Winter zur Prim und zur Komplet, so bleiben sie in dieser Köperhaltung und antworten wie oben gesagt; und sie richten sich nur zum Wie es war im Anfang auf.
4. Zur Nokturn, wenn der Invitator vor seiner Stalle zum Altar gewndet das Invitatorium und den Psalm Kommt [Ps 94] singt, verneigt er sich, nachdem er einmal das invitatorium gesungen hat, und so auch am Ende der einzelnen Verse, ausgenommen zum Ehre sei dem Vater, denn dann verneigt er sich nur zur Wiederholung des halben Invitatoriums. Der Chor jedoch wiederholt das Invitatorium, wobei er in den Stallen dem Altar zugewendet steht bis zum Ehre sei dem Vater, so dass, wenn dies der Invitator stehend singt, der Chor sich gegen den [anderen] Chor verneigt und sich zum Wie es war im Anfang aufrichtet; daraufhin stehen alle einander zugewandt bis zum Versikel und der Lesung, sich nur zum Ehre sei dir, oh Herr und Ehre sei dem Vater verneigend am Ende des Hymnus und der Psalmen.
5. Nachdem die Antiphon nach den Psalmen gesungen wurde, wenden sich alle dem Altar zu und der Invitator singt außerhalb der Stalle den Versikel, erbittet den Segen und rezitiert die Lesung, nach der Art, wie oben im ersten Buch, Kapitel 10 und 11 beschrieben. Der Subinvitator aber, der das Responsorium nach der Lesung zu singen hat, verneigt sich vorher und nach dem Vers des Responsoriums wiederum; zur Wiederholung dieses Verses wendet sich Chor gegen Chor.
6. Nach dieser Wiederholung treten alle aus der Stalle und stehen einander zugewandt, während der den wochendienst ausübende Priester singt O Gott, komm mir zu Hilfe, und die anderen antworten Herr, eile mir zu helfen etc. Darauf treten sie zurück in die Stalle und fahren mit den Psalmen fort wie zur Nokturn. Zum Kapitel, dem Responsorium und dem Versikel wenden sie sich zum Altar und dieses Responsorium singt der Invitator, in der Art und Weise, wie oben gesagt. Wenn sie jedoch nach dem Canticum die Antiphon Selige Gottes[gebärerin] beginnen, knien sie über den Fingerknöcheln nieder, einander zugewandt, und wenn sie beendet ist, fallen sie nieder oder verneigen sich, je nach Art des Tages, wie in Buch 1, Kapitel 8 [erklärt]. Dann singt der Priester stehend zum Altar gewandt die Collectae und den Versikel der Kommemoration aller Heiligen. Der Priester nimmt dann die Haltung ein, die die übrigen einnehmen, während der Obere den Vers Sanfter Name [Dulce nomen] singt, und ebenso macht er es, wenn dieser die Collecta zu den übrigen Horen singt, die Vesper ausgenommen.
7. Alle anderen Horen werden begonnen und rezitiert, unter Wahrung der Verhältnisse, wie wir in den Nummern 4 und 6 gesagt haben. Zur Vesper jedoch beugen wir die Knie über die Fingerknöchel zum ersten Vers des Hymnus Meerstern sei gegrüßt [Ave maris stella], wie auch zur Antiphon Heilige Maria nach dem Canticum. Und der Priester singt die Collecta stehend, wie oben zu den Laudes [gesagt].
Chor der Monialen in Castagniers (F). Photo: Cistopedia
Rituale cisterciense (1892), Buch 1, Kapitel 16:
[1.] Niemand darf ohne Notwendigkeit und Erlaubnis vor dem Ende der Hore aus dem Chor weggehen. Es ist jedoch geboten, wenn nicht durch Notwendigkeit angezeigt, dass man nicht weggeht (es sei denn einer unausweichlichen Sache wegen), während, wie wir schon im Kap. 6 gesagt haben, der Hymnus, das Canticum aus dem Evangelium oder etwas anderes feierlich gesungen wird. Ebenfalls nicht vor Beendigung des ersten Verses des ersten Psalmes.
2. Wer hinausgehen soll, verneigt sich nicht, wenn er zum selben Offizium wieder zurückkommt, es sei denn, während er vor dem Altar hergeht. Wenn er jedoch nicht zurückkommen sollte, verneigt er sich von seinem Ort aus zum Altar hin, bevor er weggeht. Man hüte sich, dass nicht mehr als zwei zugleich, die nebeneinander stehen, hinausgehen oder länger als zwei Psalmen lang außerhalb verweilen. Wenn sie jedoch zurückgekommen sind und es zu sitzen gilt, verharren sie zwei Verse lang, bevor sie sich setzen.
3. Nach der Beendigung des Opus Dei und nachdem der Obere das Zeichen gegeben hat, verneigen sich alle zugleich zum Altar hin, und ein jeder gehe durch den Teil des Chores, durch den er eingetreten ist, angefangen bei den Älteren. Wenn sie jedoch in den Kapitelsaal gehen oder nach der Komplet ins Dormitorium, gehen sie der Ordnung nach einer nach dem anderen durch den oberen Eingang des Chores, wobei der Obere vorangeht.
4. Wer die Erlaubnis zum Verlassen vor dem Ende der Hore erbittet, [der tue] dies vor der Stalle des Oberen mit entblößtem Haupt und erbitte mit einem Zeichen, indem er die mit der Kukulle bedeckte Hand zum Munde führt: darauf erlaubt es der Obere mit einem Neigen des Hauptes oder einem Wink der Hand.
"Le silence est consacré à Dieu, à la prière, à la méditation. Tout est mystérieux dans cette maison, les coutumes, les habits, les horaires, les tâches. Est-ce parce que la vie y est orientée vers le mystère et que sa fin est un mystère? (...) Aussitôt la porte franchie, ce silence et cette paix du cloître font sentir qu'ils sont entièrement offerts à Dieu. (...) Ici, rien de mal ne pourra m'arriver." (M.-G. Dubois: Le bonheur en Dieu. Paris 1995, p. 62)
"Das Schweigen gehört ganz Gott, dem Gebet, der Betrachtung. Alles ist geheimnisvoll in diesem Haus: die Gebräuche, die Kleider, der Tagesablauf, die Arbeiten. Und das vielleicht deshalb, weil dieses Leben auf das Geheimnis ausgerichtet ist und weil sein Ziel ein Geheimnis ist? (...) Sobald man die Tür hinter sich läßt, lassen diese Schweigen und dieser Friede des Klosters erahnen, dass sie zur Gänze Gott geschenkt sind. (...) Hier kann mir nichts Böses zustoßen."
Dom Marie-Gérard Dubois fasst in diesen wenigen Sätzen zusammen, warum es die Lebensform der Zisterzienser gibt und warum sie sich so darstellt. Ob nun das Rituale von 1892 oder 1949 oder 1964 Gültigkeit besitzt, ist nebensächlich: Einzig die Blickrichtung muss stimmen. Es ist das beständige Schauen auf Christus, "den Urheber und Vollender unseres Glaubens". Und wir sind berufen, zu der "Wolke von Zeugen" zu gehören, die die Last und die Fesseln der Sünde schon abgeworfen haben.