Dienstag, 12. Februar 2013

Rituale cisterciense (1892), 4. Buch, 4. Kapitel: Vom Mixtum [Frühstück]

4. Kapitel: Vom Mixtum

[1.] An Tagen mit Mittagessen wird in der Kirche das Zeichen zum Mixtum mit drei Schlägen der größeren Glocke einige Zeit vor dem ersten Zeichen der Terz geschlagen. Wenn jedoch ein regulärer Fasttag sein sollte, wird mit ebenso vielen [Glockenzeichen] nach der Sext geschlagen. Doch an Fasttagen der Kirche wird zum Mixtum weder geläutet noch wird es eingenommen.

2. Wenn er das Zeichen gehört hat, kommen der Tischleser und die Küchendiener, oder auch die, die die Erlaubnis haben, ins Refektorium; und nach der Verneigung, die sie, wie gewöhnlich, vor ihren Tischen machen, spreche der Jüngere, wenn sie zu zweit sind, mit verhaltener Stimme:
Benedicite.
Und der Ältere fügt hinzu:
Laritor omnium bonorum bene+dicat cibum et potum servorum suorum. [Der Spender alles Guten segne Speise und Trank seiner Diener.]
Er macht das Kreuzzeichen zum Wort „Benedicat“; doch wenn ein zweiter [Speisender] nicht zugegen sein sollte, spreche der Anwesende, wenn er niemanden erwartet, mit leiser Stimme den vorstehenden Segen und setze sich mit der Kukulle [bekleidet] an seinen Platz, [und] nimmt das Mixtum, das dort vom Zellerar vorbereitet wurde, zu sich.

3. Wenn mehrere anwesend sind, nehmen die Einzelnen nach dem gleichen Ritus an ihrem Platz unter völligem Schweigen ihr Mixtum zu sich, also ein Viertel Pfund Brot und ein Drittel der Hemina Wein. Wenn jedoch in Abwesenheit des Priors der Subprior das Mixtum mit den anderen einnimmt, sitze er bei der Nola-Glocke, auch wenn er in dieser Woche Tischdiener sein sollte.

4. Wenn sie das Mixtum zu sich genommen haben, [und] wenn etwas übriggeblieben sein sollte, legen sie das Brot in den Kasten zurück und geben den Wein in das übliche Gefäß. Darauf stehen sie zu Haupttisch gewendet vor ihren Sitzen, [und] die Einzelnen sprechen unbedeckten Hauptes und mit an der Seite herabgelassenen Ärmeln schweigend:
Retribuere dignare Domine omnibus nobis bona facientibus propter nomen tuum vitam aeternam. [Herr, vergilt allen, die uns um deines Namens willen Gutes getan haben, mit dem ewigen Leben.]
Und nach einer Verneigung gehen sie hinaus.

Sonntag, 10. Februar 2013

Rituale cisterciense (1892), 4. Buch, 8. Kapitel: Von der Mahlzeit der Diener und des Lesers

8. Kapitel: Von der Mahlzeit der [Tisch-]Diener und des Lesers


[1.] Während die Danksagung in der Kirche gehalten wird, bringen die Küchendiener die Gefäße an ihren Ort zurück und ihre eigenen Portionen herbei; und wenn die Danksagung beendet ist, läutet der Leser die Nola-Glocke des Refektoriums für den Zeitraum eines De profundis [Ps 129]: wenn nicht vielleicht Prior oder Subprior dort zugegen ist, der diese [Glocke] dann läuten soll.

2. Daraufhin sprechen die versammelten Diener, zusammen mit dem Leser [und] in Kukullen gekleidet, vor dem Sitz des Ältesten hier und dort stehend, den Vers mit halblauter Stimme indirectum [auf einem Ton singend], sie verneigen sich bei Gloria Patri [Ehre sei dem Vater] etc. wie im Konvent: und wer die Stelle des Oberen einnimmt, ein Priester oder Diakon allerdings, segne die Speise und gebe dem verneigten Leser den Segen. Wenn der Leser selbst die Stellung eines Oberen einnimmt, erbitte ein anderer für ihn den Segen, den der Leser selbst gibt, und nichtsdestotrotz spreche er stehend die folgende Lesung, ebenfalls indirectum:
Deus Charitas est, et qui manet in charitate in Deo manet et Deus in eo. [Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm.]
Danach fügt der Älteste an:
Et nos maneamus cum ipso. [Und wir mögen mit ihm {vereint} bleiben.]
Und nach der Antwort: Amen, setzen sich die einzelnen an ihren Platz und essen.

3. Nach Einnahme der Mahlzeit unter allseitigem Schweigen trage der Älteste diese Lesung vor:
Deus pacis et dilectionis maneat cum omnibus nobis. Tu autem, Domine, miserere nobis. [Der Gott des Friedens und der Zuneigung bleibe mit uns allen. Du aber, Herr, erbarme dich unser.]
Und die anderen antworten: Deo gratias. [Dank sei Gott.]
Nachdem sie vom Tisch aufgestanden und sich wie vorher zusammengestellt haben, spreche, wer die Speise gesegnet hat, stehend mit den [Tisch-]Genossen, zum Haupttisch gewandt: Agimus [Wir sagen dir Dank] etc. mit der Antwort Amen, [dann] wenden sie sich einander zu und dieser beginne den Psalm Laudate Dominum omnes gentes [Lobt den Herrn, alle Völker; Ps 116], und er wird wechselseitig fortgesetzt, mit Verneigung zum Gloria Patri etc. Wenn er gebetet wurde, beschließt derjenige, der vorsteht, [mit]: Retribuere, Benedicamus, Fidelium. [Vergilt, Preiset, Die Seelen].

4. Wenn so aber die Danksagung beendet wurde, läute der Leser, während die Diener ihre Gefäße wegräumen, die Nola, wie vorher, für den Zeitraum eines einzigen Pater noster: ausgenommen zur [mitt-]täglichen Ruhezeit im Sommer. Danach gehen sie mit einer Verneigung hinaus.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Rituale cisterciense (1892), 4. Buch, 9. Kapitel: Vom Trunk nach der Vesper

9. Kapitel: Vom Biberes [Trunk] nach der Vesper


[1.] Wenn der Sakristan in der Kirche das Zeichen zum Biberes gibt, kommen, wie im 1. Buch [gesagt], die Brüder, wenn sie sich die Hände gewaschen haben und mit Kukullen bekleidet, im Refektorium zusammen, und verneigen sich vor ihren Sitzen; und wenn der Prior sitzt, setzen sich alle. Darauf singe der Kantor, sobald die Nola [die kleine Refektoriumsglocke] mit drei Schlägen vom Oberen geläutet wurde: Benedicite ﻍ [Segnet] Und der den Wochendienst versehende Priester fügt an: Largitor omnium bonorum ﻍ benedicat cibum et potum servorum suorum. ﻍ [Der Spender alles Guten segne Speise und Trank seiner Diener.] Ihm antworten alle: Amen, und sie decken die Brote auf und trinken, ohne irgendeine Lesung. Wenn aber irgendwelche Früchte zugestanden werden, reichen die Wochendiener diese herum.

2. Nachdem sie aber getrunken haben, läute der Prior die Nola mit einem Schlag, und die Diener räumen die Gefäße ab, und die Novizen, wenn sie anwesend sein sollten, stehen auf und gehen – nach eine Verneigung – hinaus. Nach einer kleine Pause läute der Prior wieder die Nola mit drei Schlägen, wobei sich alle erheben, ein wenig vor ihren Tischen zum Haupttisch gewandt stehen und schweigend beten: Retribuere [Vergilt] etc. und darauf gehen sich nach einer Verneigung hinaus, wobei die Jüngeren vorangehen.

3. Wenn einer, nachdem der Segen vom Hebdomadar gegeben wurde, eintritt, komme er zur Stufe [an den Tisch des Oberen, um] die Erlaubnis zum Trinken zu erbitten, wie wir in Kapitel 5, Nummer 5 gesagt haben, und wenn er sie erhalten hat, gehe er, nachdem er eine Verneigung gemacht hat, zum Tisch, wobei er sich nicht mehr verneigt. In ähnlicher Weise leiste Genugtuung, wer einen Fehler begangen hat, bevor zuletzt die drei Schläge der Nola geschlagen werden, wie im vorgenannten Kapitel, Nummer 10 [gesagt].

4. Wenn es vielleicht irgendwann im Sommer nach der Non oder vor der Vesper erlaubt wird, zu trinken, wie es in der Erntezeit geschehen kann: [dann] wurde [ja] in der Kirche kein Zeichen gegeben; in gleicher Weise [wie oben gesagt] kommen die Brüder mit Kukullen im Refektorium zusammen und setzen sich. Wenn dann die Nola mit drei Schläge geläutet wurde, wie oben, singe der Kantor Benedicite [Segnet] und der den Wochendienst ausübende Priester [singe] den Segen Largitor [Der Spender]. Danach reichen die Diener stillschweigend einem jeden den Trunk, [indem] sie [ihn] in den Becher [scyphus = spezieller Krug] gießen, wenn der Obere nicht entschieden haben sollte, Wasser und Wein, wie gewöhnlich, vorher hinzustellen. Wenn daraufhin wiederum drei Schläge gegeben wurden, stehen sie auf verneigen sich und die Jüngeren gehen hinaus, und die anderen folgen in [ihrer] Ordnung.

Freitag, 1. Februar 2013

Rituale cisterciense (1892), 4. Buch, 10. Kapitel: Von der Fußwaschung [am Samstag]

10. Kapitel: Vom „Mandatum“ [von der wöchentlichen Fußwaschung]


[1.] Gemäß Regel und Konstitutionen des Ordens sind an Samstagen vor der Komplet die Füße der Brüder im Kreuzgang[-arm] der Kollatslesung von den Wochendienern der Küche zu waschen; und dieser lobenswerte Brauch wird in vielen Klöstern auch jetzt noch befolgt. Deshalb bereiten die vorgenannten Wochendiener dort, wo die Füße gewaschen werden sollen, am Samstag vor der Komplet oder nach dem Biberes [Trunk] vor, was zur Ausführung des Mandatum notwendig ist, also Gefäße, warmes Wasser, auch mit duftenden Kräutern versetzt, und Trockentücher; sich selbst umgürten sie mit Leinentüchern vor dem Bauch.

2. Bald jedoch, wenn das Zeichen zur Kollatslesung geschlagen wurde, legen sie, bekleidet mit Skapulieren, die Kukullen im Kapitelsaal ab; und währenddessen kommen alle im Kreuzgang[-arm] der Kollatslesung zusammen und ziehen sich die Schuhe aus, [wobei] sie sich in acht nehmen, dass sie nicht die nackten Füße zeigen[;] vielmehr verbergen sie sie unter der Kukulle. Darauf beginnt der Abt oder, in seiner Abwesenheit, der Kantor die Antiphon Postquam surrexit [Nachdem der Herr aufgestanden war] etc. und die Diener kommen einer nach dem anderen vor den Oberen und verneigen sich vor ihm in derselben Ordnung, von der wir am Gründonnerstag sprachen: so dass nämlich die, die älter sind, in die Mitte gehen und sich verneigen; und wo es nur zwei gibt, gehe der jüngere vor.

3. Nach der Verneigung waschen sie die Füße der Brüder, angefangen beim Abt oder dem anderen Oberen, und ein jeder auf seiner Chorseite; die Helferdienste an Gefäßen, Wasser und Trockentüchern sollen übernehmen, die in die folgende Woche [als Wochendiener] eintreten. Wenn aber einer von ihnen schneller fertig ist, gehe er auf die andere Seite, um den anderen zu helfen; und die einzelnen verneigen sich, wenn sie am Oberen vorübergehen. Unterdessen aber beginne der Kantor die einzelnen Antiphonen, die der Konvent weitersingt; und wenn alle die Schuhe wieder angezogen haben, beendet er den Gesang mit der Antiphon Benedicat nos Deus [Es segne uns Gott] etc. Nach [ihrem] Ende stehen alle auf zum Segen des Lesers, und danach setzen sie sich zur Lesung, wie in Buch 3, Kapitel 11 [gesagt].

4. Es verneigen sich voreinander, wer die Füße wäscht und wem sie gewaschen werden. Die Diener jedoch waschen sich, nachdem die Füße der einzelnen abgespült wurden, die eigenen Hände und bringen die Gefäße und Trockentücher an ihren Ort zurück. Wenn sie dann ihre Kukullen wieder angezogen haben, kommen sie in solcher Reihenfolge vor den Abt, dass, wer hinter diesem als letzter zu sitzen hat, als erster geht, und die anderen folgen in der Ordnung, in der sie sich hinsetzen; und sie verneigen sich gleichzeitig und gehen dann zu ihren Sitzen, [wobei] sie sich, nachdem sie sich gesetzt haben – und nicht vorher –, demütig vor den ihnen zunächst Sitzenden verneigen.

Montag, 28. Januar 2013

Rituale cisterciense (1892), 4. Buch, 11. Kapitel: Von den Regularorten

11. Kapitel: Von den Regularorten


[1.] Niemand betritt die Küche, ausgenommen der Zellerar, der Koch, der Küchendiener und der Infirmar; doch können der Kantor und der Sakristan dort um Feuer, Kohlen und Salz ersuchen, wenn sie es andernorts nicht haben können.

2. Ins Refektorium tritt ebenfalls niemand ein, außerhalb der Zeit des Mixtum oder der Stärkung: ausgenommen sind der Infirmar, die Wochendiener der Küche, der Kirchendiener für das in der Kirche zu segnende Salz, und jene, die die Erlaubnis zum Trinken erhalten haben.

3. Ins Calefactorium / in den Wärmeraum können sie sooft eintreten, wie es nötig ist; die sich Wärmenden sollen aber darauf achten, dass sie es sittsam tun, und nicht mit nackten Füßen, wenn jemand anwesend ist.

4. In den Sprechzimmern sprechen nicht mehrere, auch nicht mit dem Prior, sondern nur zwei gleichzeitig zur Zeit der Lesung: wenn nicht der Obere aus irgendeiner Notwendigkeit heraus anordnen sollte, dass mehrere zusammenzurufen sind; das [geschehe] mit gedämpfter Stimme und kurz, wenn sie können; sobald die Aufgabe beendet ist, aufgrund derer sie eingetreten sind, gehen sie fort. Auch trete keiner ein, ohne durch ein Zeichen oder einen Laut um Erlaubnis gebeten zu haben. Wer mit einem anderen sprechen möchte, sage: Benedicite [Segnet…], und der andere antworte: Dominus [Der Herr…], und dann sprechen sie, was notwendig ist, mit wenigen und leisen Worten.

5. Die ins Dormitorium Eintretenden setzen die Kapuzen auf ihre Häupter, noch seien sie niemals ohne Tunika und Kukulle oder Skapulier: sie entkleiden und bekleiden sich schicklich, wechseln die Tuniken bei ihrem Bett und ziehen ihre Schuhe so an, dass sie nicht nackt gesehen werden. Niemand schlage dort seine Kleider aus, oder mache Zeichen, außer vielleicht mit dem Abt oder dem Prior; noch grüßen sie dort irgendjemand oder verneigen sich.

6. An den Eingängen der Zellen befinde sich eine mit einem schließbaren Brett verdeckte Öffnung, durch die einzig der Obere blicken und die Beschäftigungen der Brüder sehen kann; dieser habe außerdem einen Generalschlüssel, damit er, wann es ihm [richtig] scheint, bei Tag und Nacht in die Zellen eintreten kann.

7. Niemand steige aufrecht ins Bett, wenn er sich niederlegt: vielmehr lege er auf dem Bettgestell - das heißt auf der vorderen Seite des Bettes – sitzend die Füße ins Bett. Die Lampen jedoch in der Mitte des Dormitoriums brenne die ganze Nacht über, [so dass] an ihr ein jeder insbesondere seine Kerze, wenn das nötig ist, anzünden kann.

8. Wenn sie in die Bedürfnisanstalt eintreten, bedecken sie ihre Gesichter mit den Kapuzen, so gut sie können; und mit bis zu den Füßen hinab gelassener Kukulle setzen sie sich nieder, die Ärmel vor sich aufgefaltet. Wenn sie jedoch irgendwann in Skapulieren [auf dem Reihenabort] sitzen (wovor sie sich hüten sollen, wenn nicht die Notwendigkeit drängt), bedecken sie nichtsdestotrotz das Gesicht von [seiner] Vorderseite.

Dienstag, 22. Januar 2013

Rituale cisterciense (1892), 3. Buch, 16. Kapitel: Von der Reinigung der heiligen Maria

16. Kapitel: Von der Reinigung der heiligen Maria

[1.] Wenn das Fest der Reinigung [Mariens] auf den Sonntag der Septuagesima oder der [auf ihn] folgenden fällt, wird es auf den Montag verlegt. Die Segnung der Kerzen jedoch, die Austeilung und die Prozession geschehen am Sonntag selbst: wenn nicht anderes in der Diözese zu befolgen ist; aber in der folgenden Messe, die vom Oberen, der diese [Kerzen] gesegnet hat mit violetten Dalmatiken zu feiern ist, werden die Kerzen gelöscht bis zum Offertorium, wenn sie zum Zelebranten zu bringen sind im weiter unten beschriebenen Ritus.
2. An welchem Tag sie nun aber auch gesegnet werden: der Sakristan bereitet vor der Terz einen Tisch auf der Presbyteriumsstufe vor, zur Rechten des Analogium, ein Gefäß mit Weihwasser (oder, falls es ein Sonntag ist, mit vom Zelebranten zu segnendem [Wasser]) mit Aspergill, Kerzenleuchter zum Abstellen der Kerzen der Altardiener, wenn diese beschäftigt sind, die zu segnenden Kerzen selbst auf dem Tisch, der mit einem sauberen Leinentuch bedeckt sein soll, das allseitig herabhängt, und an der Evangelienseite das Prozessionskreuz mit Tragstange.
3. Wenn die Terz gebetet wurde, wendet sich der Chor dem Altar zu, während der Zelebrant und die Altardiener in die Sakristei zurückgehen, und violette Paramente, die ihnen passen, anlegen, das heißt: der Obere die Stola und das Pluviale, der Diakon die Stola, die Akolythen Leuchter und der Thuriferar das Schiffchen mit dem Rauchfass; so gehen sie direkt in der gewohnten Ordnung zur Presbyteriumsstufe. Wenn sie dort ankomme, verneigen sie sich, und wenn der Abt die Orationen der Segnung singt, stellen die Akolythen die Leuchter auf der Vorderseite der Kredenz ab und kehren zum Segnenden zurück, dort stehen sie mit gefalteten Händen hinter dem Diakon zur Rechten und [hinter] dem Subdiakon zur Linken; der Thuriferar jedoch stehe gleichsam zwischen Diakon und dem ersten Akolythen, der das Rauchfass hält, welches er nach dem Inzens der Kerzen an einem geeigneten Ort abstellt.
4. Während am Schluss der Segnung der Zelebrant die Kerzen besprengt und beweihräuchert, [wobei] der Diakon hilft, der danach eine [Kerze] von ihnen anzündet[;], tritt der [nächst] Würdigere des Chores, sei es der Abt oder irgendein anderer, ohne Stola mit der Kukulle zur Rechten des Diakons und nimmt aus dessen Händen die entzündete Kerze entgegen [und] reicht sie dem Zelebranten dar, [wobei] er zugleich diese [Kerze] und die rechte Hand des Zelebranten küsst, [und] sich vor ihm vorher und nachher verneigt. Wenn es aber der Abt ist, verneigt er sich weder, noch beugt er die Knie, noch wird irgendetwas geküsst, sei es beim Geben, sei es beim Empfangen; oder besser noch verneigt sich der Zelebrant, wenn er nicht selbst der Vorsteher (praelatus) ist, nachdem er die Kerze empfangen hat, ein wenig vor dem darbringenden Abt; doch wird weder dessen Hand noch dessen Kerze geküsst. Zwischenzeitlich stimmt der Kantor die Antiphon und das Canticum an, wie in den Büchern [verzeichnet], immer bei ihrem Beginn wiedereinsetzend, den der Chor, einander zugewandt, weitersingt.
5. Bald übergibt der Zelebrant seine Kerze dem Thuriferar, damit er sie auf den Leuchter stelle, und er nimmt eine andere angezündete [Kerze] aus der Hand des Diakons entgegen und [sie] in der Mitte haltend [und] zum Konvent gewendet, gibt er sie dem [nächst] Würdigeren des Chores, von dem er die seine empfangen hat, der die Knie beugt und die Hand des Darreichenden und die Kerze am untersten Ende küsst. Mit einem ähnlichen Ritus teilt er die anderen Kerzen an den Diakon und die anderen Altardiener, und an die einzelnen Mönche des Chores, die Novizen, Konversen, Gäste und Familienmitglieder (= im Hausverband lebenden Helfer, die „familia“) aus, [die] jeweils zu zweien [kommen, und] im gleichen Abstand und gleichem Geh[tempo] hier und dort herantreten.
6. Wenn Prälaten anwesend sind, die nicht an die Stufe herantreten möchten, nämlich ein Kardinal oder Bischof, oder ein Abt eines anderen Ordens, empfängt der [nächst] Würdigere des Chore, der die Kerze dem Zelebranten dargebracht hat, andere entzündete Kerzen (nach seiner eigenen) aus dessen Hand, stehend [und] ohne Kuss, und überreicht sie jenen mit gebührender Hochachtung. Doch wenn jemand von jenen zur Stufe gehen möchte, empfange er die Kerze vor jedwedem Altardiener ohne Kuss oder irgendeiner Verneigung, wie oben [gesagt], aus der Hand des Zelebranten. Auch die Priester empfangen ihre [Kerzen] vor den Akolythen, die Akolythen aber vor den übrigen.
7. Solange der Zelebrant die Kerzen austeilt, steht der Subdiakon zu seiner Linken und der Diakon zur Rechten, [wobei er] die angezündeten [Kerzen] vom Akolythen entgegennimmt, der hinter ihm steht, und die einzelnen [Kerzen] dem Priester mit Küssen [weiter-]reicht, wie gesagt wurde. Wenn jedoch der Diakon und der Subdiakon ihre [Kerzen] empfangen, reicht der Thuriferar anstelle des Diakons die vom Akolythen angezündeten [Kerzen] dem Zelebranten: von ihm nimmt er auch nach den Priestern die Kerze vor den Akolythen entgegen, und deren Dienst übernimmt er bei den anzuzündenden Kerzen, die ihnen der Priester übergibt. Sodann stellen die Akolythen die empfangenen Kerzen sofort auf ihren Leuchtern ab; und gleicherweise stellen sie die Kerzen vom Diakon, wenn er dem Zelebranten dient, und von Subdiakon und Thuriferar vor Beginn der Prozession auf die vorbereiteten Leuchter.
8. Wenn die Kerzen ausgeteilt wurden stimmt der Kantor sofort die Antiphon Exurge [Erhebe dich] etc. an und der Chor singt sie weiter, wobei er sich zum Gloria Patri verneigt. Zwischenzeitlich wäscht sich der Zelebrant, an den Altar zurückgekehrt, mit den Altardienern die Hände, [wobei] vom Subdiakon das Wasser in eine Schüssel gegossen wird, die ein Akolyth hält, vom Diakon jedoch das Handtuch dargereicht wird. Nach der Wiederholung der Antiphon singt der Priester die Collecta Exaudi [Erhöre] stehend vor der Presbyteriumsstufe, der Chor stehe ebenfalls, zum Altar gewandt.
9. Der Diakon jedoch gehe zur Altarstufe, beuge die Knie, und nehme das Kreuz von der Epistelseite; die Akolythen nehmen gleichermaßen ihre Leuchter von der Kredenz, und steigen langsam zusammen mit ihm ohne irgendeine Verneigung von der Altarstufe hinab, um die Prozession zu halten, während der Zelebrant, nachdem die Collecta gebetet wurde, Weihrauch ins Rauchfass einlegt, wobei ihm vom Subdiakon das Schiffchen und vom Thuriferar das Rauchfass dargeboten wird. Nachdem das geschehen ist, nimmt der Subdiakon die Kerze des Zelebranten vom Leuchter, der dort auf der Stufe abgestellt ist, reicht sie ihm mit den entsprechenden Küssen, wenn nicht der assistierende Priester dabei ist, der dies alles tut; und sofort geht er, nachdem er Weihwasser und Aspergill genommen hat, mit dem Thuriferar dem Brauch entsprechend dem Kreuz voraus, beide ohne Kerzen.
10. Wenn der Kantor jedoch die Antiphon Ave gratia plena [Sei gegrüßt, Gnadenvolle] anstimmt, gehe der Konvent hinaus, hinter dem Kreuz her, und halte in den Händen die brennenden Kerzen, [und zwar] so, dass die rechts Seienden diese in der rechten Hand halten, das Processionale jedoch in der linken, und umgekehrt die links Seinenden in der linken [Hand] die Kerze und in der rechten das Processionale halten; sie halten die Prozession und stehen, wie in Buch I, Kap. 17 [gesagt]. Irgendeiner der Novizen jedoch oder der Konversen, die hinter dem Abt gehen, oder auch der Sakristan selbst, bringe die Kerzen der Diener im Heiligtum in die Sakristei, damit sie nach ihrem Zurückkommen mit ihnen zum Altar treten.
11. Wenn die Prozession gehalten wurde, gehen die Altardiener und der Zelebrant direkt in die Sakristei, wo sie die entsprechenden Paramente von weißer Farbe anziehen und mit Dalamatiken zum Altar gehen in der gewohnten Weise[.] Sie halten Kerzen in den gefalteten Händen, außer den Akolythen, die ihre [Kerzen] mit den Leuchtern tragen, und dem Thuriferar, dessen Kerze auf ihrem Leuchter bei der Kredenz bleibt.
12. Wenn sie an der Altarstufe angelangt sind, gebe der Zelebrant seine Kerze dem Diakon, er und der Subdiakon übergeben ihre [Kerzen] dem Thuriferar, damit er (der zwischenzeitlich das Rauchfass mit dem Schiffchen abgestellt hat) sie auf die Leuchter bei der Kredenz stellt. Dann beginnen sie, nach der Kniebeugung, die Messe und fahren in ihr fort, wie im Missale [angegeben]. Wenn die Brüder sodann in den Chor eingetreten sind, stellen sie zusammen die einzelnen Kerzen vor oder neben sich an einen geeigneten Ort, bis zum Evangelium.
13. Wenn der Zelebrant den das Evangelium verlesenden Diakon gesegnet hat, reicht der Subdiakon oder der Sakristan ihm eine Kerze mit Kuss, die er mit gefalteten Händen bis zum Ende des Evangeliums hält. Auch der Chor hält, während das Evangelium gelesen wird, mit einer Hand die Kerzen, wie bei der Prozession, [wobei] die andere auf der Brust liegt. Die Altardiener jedoch, die beim [Evangelien-] Text stehen, haben keine [Kerzen], ausgenommen die Akolythen. Nach dem Evangelium gibt der Zelebrant die Kerze an den Sakristan zurück, bevor der [Evangelien-] Text geküsst wird, und gleicherweise stellt der Konvent die seinen dahin zurück, wo sie vorher gestanden haben, [um sie] nach dem Offertorium wieder zu nehmen.
14. Nachdem nämlich der Abt die Gott zu weihende Opfergabe dargebracht hat, nach dem Gebet des Veni Sanctificator [Komm, Heiligmacher], [und] nach der Kniebeugung, wendet er sich den Altardienern zu und nimmt seine Kerze aus der Hand des Diakons entgegen. Die Altardiener nehmen alle ihre [Kerzen] und warten, bis der Abt zur Altarstufe hinabsteigt, während der Sakristan und sein Gehilfe etwas hinter ihnen zum Altar hin stehen. Der Sakristan nimmt vom an der Stufe stehenden Abt, gleichsam [auf ihn] zugehend, die Kerze aus seiner Hand mit Verneigungen vorher und nachher und den üblichen Küssen entgegen, verbleibt aber darauf zu seiner Rechten, und sein Gehilfe zur Rechten ebendieses Sakristans, um die ausgelöschten Kerzen entgegenzunehmen und wegzulegen, die der Sakristan aus der Hand des Zelebranten annimmt, unauffällig löscht und ihm übergibt.
15. Bald also, sowie der Zelebrant seine Kerze dem Sakristan übergeben hat, verneigt sich der Diakon vor dem Abt, küsst die Kerze, die er hält, bringt sie ihm dar, wobei er ihm die Hand küsst und sich wiederum verneigt, [und] dem Subdiakon und den anderen Altardienern Platz macht, die mit dem gleichen Ritus, einer nach dem anderen, ihre Kerzen opfern. Wenn Prälaten anwesend sein sollten, die hinzutreten möchten, kommen sie vor den Altardienern, [und] opfern die Kerzen ohne Kuss oder Verneigung.
16. Danach komme der Zelebrant zur Presbyteriumsstufe, und dort, in der Mitte zwischen den Heiligtumsdienern sitzend oder stehend (wie es ihm gefällt), nehme er die Kerzen der einzelnen Brüder entgegen, die zu zweien und zweien der Ordnung nach herantreten, [und] diese mit dem gleichen Ritus wie oben opfern. Der Diakon jedoch, zu seiner Rechten stehend, nimmt sie aus der Hand des Abtes entgegen, übergibt sie dem Sakristan, der sie auslöscht und weglegt, wobei ihm sein Gehilfe hilft. Darauf kehrt der Zelebrant, die Knie an der Altarstufe beugend, [an den Altar] zurück, inzensiert die Opfergabe und den Altar und setzt die Messe fort.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Gedruckte Liturgiebücher des Zisterzienserritus - eine Ausstellung in Sainte Marie du Désert (F)

Jeder ordensgeschichtlich Interessierte wird früher oder später auf die Druckausgaben der zisterziensischen Liturgiebücher und auf die Häuser des Ordens, die später Druckereien besaßen, stoßen. Auch wenn die Sorge um angemessene liturgische Bücher nur ein kleiner Aspekt der Ordensgeschichte ist, zählen die frühen und frühesten (in öffentlichen Verlagshäusern gedruckten) Editionen zu den wirklich wertvollen Gütern des kulturellen Erbes der Zisterzienser. Für die Zisterzienser ist dieser Aspekt sicher nicht vorrangig - aber bedenkenswert ist er allemal. Deshalb sei an dieser Stelle auf die mit viel Einsatz eingerichtete Ausstellung in Sainte Marie du Désert (Erzbistum Toulouse) hingewiesen, die in anderer Form die bemerkenswerte Ausstellung in Cîteaux im Jahre 2010 "Printemps des livres de Louange" fortführt. In der Abtei Désert werden ebenfalls die herausragenden Ausgaben der Zisterzienser Liturgiegeschichte vorgestellt, allerdings beschränkt auf die gedruckten Editionen, die sich im Besitz der Gemeinschaft befinden. Vielleicht kann das Interesse an der Liturgiegeschichte des Ordens auch das Bewußtsein für das Patrimonium des Ordens stärken, ohne das der heutige Glaubensweg nur ein kurzsichtiges Vorantasten bliebe.